Zwei deutsche Airlines dabei

Atmosfair stellt am wenigsten klimaschädliche Airlines vor

Der Airbus A-320neo gehört momentan zu den Treibstoff-effizientesten Jets weltweit.
AIRBUS
Der Airbus A-320neo gehört momentan zu den Treibstoff-effizientesten Jets weltweit.

Der Verkehr am Himmel produziert riesige Mengen des Treibhausgases Kohlendioxid. Neue Flugzeugmodelle mit deutlich weniger Kerosinverbrauch machen Hoffnung. Doch reicht das, um bis 2050 die Kurve zu kriegen und tatsächlich CO2-frei zu werden?

Gleich zwei deutsche Airlines gehören laut einer Studie zu den Top Ten der am wenigsten klimaschädlichen Airlines der Welt. Wie die Umweltorganisation Atmosfair am Wochenende mitteilte, landeten TUIfly auf Platz vier und Condor auf Platz neun. Die höchste Klimaeffizienz erreichte wie im Vorjahr die britische TUI Airways vor der brasilianischen Latam. Atmosfair bewertet rund 200 große Gesellschaften weltweit nach ihrer Umweltbelastung.

Der Index basiert auf dem Kohlendioxid-Ausstoß einer Fluggesellschaft pro Kilometer und Passagier über alle geflogenen Strecken. Von den 50 klimafreundlichsten Airlines kommen 14 aus Europa und 10 aus China. „Unsere Ergebnisse zeigen, dass die Effizienzsteigerungen der Airlines weltweit derzeit allein noch nicht zum 1,5-Grad- oder 2-Grad-Ziel führen“, sagte Atmosfair-Chef Dietrich Brockhagen über die Auswirkungen der Emissionen auf die globale Erwärmung. „Wir brauchen neue, synthetisch und CO2-neutral hergestellte Treibstoffe und weitere Maßnahmen für die Klimawende im Flugverkehr.“

Global wuchsen 2018 die Kohlendioxid-Emissionen der Airlines um 5 Prozent, die geflogenen Kilometer legten indes um gut 6 Prozent zu. „Die notwendige Entkopplung von Verkehrswachstum und CO2-Emissionen ist damit weiter nicht in Sicht.“ Es sei noch offen, wie die Branche ihre Emissionen so stark senken wolle, dass sie im Einklang mit dem Pariser Klimaabkommen nach 2050 Kohlendioxid-frei werde, monierten die Aktivisten.

Neue Modelle fliegen treibstoffeffizienter

Neue Flugzeugmodelle – zum Beispiel die Boeing B-787-9, der Airbus A-350-900 oder der A-320neo – legen laut Atmosfair die Messlatte für erreichbare CO2-Effizienz deutlich höher und sparen riesige Mengen Kerosin. Immerhin jede zehnte untersuchte Airline schaffte es, trotz mehr geflogener Kilometer ihre Kohlendioxid-Emissionen konstant zu halten – dank Effizienz-Steigerung.

„Dies ist ein erster Schritt auf dem Weg zu den Zielen des Pariser Klimaabkommens, das weltweit schnelle und weitreichende CO2-Reduktionen verlangt“, betonte die Organisation. Allerdings liegen diese Airlines bei der absoluten Klimaeffizienz auch nur im oberen Mittelfeld. „Das zeigt die Herausforderung, die CO2-Effizienz fortlaufend zu steigern.“

Die Aktivisten gaben auch Hinweise, wie jeder Flugreisende einen Beitrag zum Klimaschutz leisten kann. Wenn möglich, sollte man Flüge mit Umsteigen vermeiden. Zudem könne jeder vor einer Buchung in dem Klima-Index nachschlagen, welche Airline am umweltfreundlichsten unterwegs sei. Denn der Treibstoffverbrauch pro Passagier und Kilometer könne auf derselben Strecke bei einer Fluggesellschaft mehr als doppelt so hoch liegen wie derjenige einer anderen. Darüber hinaus habe jeder Fluggast die Möglichkeit, zum Ausgleich seines Flugs Geld für den Klimaschutz in Entwicklungsländern zu spenden. Oder man entscheidet sich bei kürzeren Distanzen für das Bahnfahren. (dpa)

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