Zugunglück in Bad Aibling

Ermittler prüfen Fehlerquellen beim Notruf

Ein doppelter Irrtum des Fahrdienstleiters ist vermutlich Ursache des Zugunglücks von Bad Aibling mit elf Toten. „Menschliches Versagen“, und das in tragischer Verkettung – wie konnte es dazu kommen?

Ein fehlgeleiteter Notruf hat womöglich zu dem schweren Zugunglück im oberbayerischen Bad Aibling mit elf Toten beigetragen. Der Fahrdienstleiter habe nach den bisherigen Ermittlungen zuerst ein falsches Signal gesendet – und dann in der Hektik wohl die Tasten zweier verschiedener Warnrufe verwechselt, berichtete die „Bild“-Zeitung unter Berufung auf den bayerischen Innenminister Joachim Herrmann (CSU).

Das wollte die Staatsanwaltschaft zwar so konkret nicht bestätigen. Doch auch die Ermittler prüfen derzeit mögliche Fehlerquellen beim Notruf: Eine Fehlbedienung sei Gegenstand der Ermittlungen und der Begutachtung durch den Sachverständigen, teilte die Anklagebehörde in Traunstein mit. Es gelte insbesondere zu klären, weshalb und unter welchen Umständen beide Züge auf die eingleisige Strecke geschickt wurden und warum das Unglück nach der folgenschweren Fehlentscheidung nicht noch vermieden werden konnte.

Anhaltspunkte für rein technische Ursachen bei Gleis- oder Signalanlagen oder in den kollidierenden Zügen hätten sich nicht ergeben, erklärte die Anklagebehörde. „Deshalb steht nach wie vor menschliches Versagen etwa des zuständigen Fahrdienstleisters im Mittelpunkt der Ermittlungen.“

Die „Bild“-Zeitung schreibt unter Berufung auf einen Experten, die beiden Tasten für die unterschiedlichen Notrufe lägen nebeneinander. Die Deutsche Bahn nahm dazu nicht Stellung. „Wir werden uns zu den laufenden Ermittlungen der Staatsanwaltschaft nicht äußern und warten ab, bis Ermittlungsergebnisse vorliegen“, sagte ein Sprecher.

Bei dem Frontalzusammenstoß zweier Regionalzüge auf der Strecke von Holzkirchen nach Rosenheim starben am 9. Februar elf Menschen, 85 Passagiere wurden teils lebensgefährlich verletzt. (dpa)

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