Wegen US-Sanktionen

Airbus kann bald keine Jets mehr an Iran liefern

Die Produktion der Airbus A-320-Familie läuft auf Hochtouren. Doch gibt es herbe Lieferengpässe bei den benötigten Triebwerken.
AIRBUS
Die Produktion der Airbus A-320-Familie läuft auf Hochtouren. Doch gibt es herbe Lieferengpässe bei den benötigten Triebwerken.

Der Flugzeug-Hersteller Airbus rechnet wegen neuer US-Sanktionen gegen den Iran mit einem Aus für den bereits vereinbarten Flugzeug-Deal mit dem Land am Persischen Golf.

„Zwar warten wir noch auf die Details zu den neuen Sanktionen. Sehr wahrscheinlich werden wir aber nicht in der Lage sein, die aus dem Auftrag noch ausstehenden 97 Flugzeuge auszuliefern“, sagte der Chef der Zivilflugzeugsparte von Airbus, Guillaume Faury, dem „Hamburger Abendblatt“ (Samstagausgabe). Dabei brauche der National Carrier Iran Air die Jets dringend, um seine alte Flotte zu erneuern.

Airbus ist schon deshalb von den Sanktionen der US-Regierung betroffen, weil sich in allen Jets des europäischen Flugzeug-Herstellers Zulieferteile von US-Firmen finden. Im Dezember 2016 hatte Airbus einen Vertrag mit Iran Air über die Lieferung von 100 Maschinen mit einem Listenpreis von umgerechnet rund 18 Mrd. Euro unterzeichnet. Bisher wurden nur drei Flugzeuge davon ausgeliefert.

Die Lieferschwierigkeiten der Hersteller von Triebwerken für die Mittelstreckenjets der A-320neo-Reihe bezeichnete Faury als die „derzeit vielleicht größte Herausforderung“ für das Unternehmen. Momentan parkten an den Airbus-Werken rund 100 fertig gebaute Jets, denen nur noch die Triebwerke fehlen. Der Manager hofft nun, dass die Antriebshersteller die Rückstände aufholen und die Zahl der Maschinen ohne Triebwerke zum Jahresende fast bei Null liegt. (dpa)

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