Warnstreiks an Flughäfen

Verband verlangt zusätzliche Streikregeln

Etliche Bedienstete – auch am Frankfurter Flughafen – sind zum eintägigen Streik aufgerufen.
Fraport AG
Etliche Bedienstete – auch am Frankfurter Flughafen – sind zum eintägigen Streik aufgerufen.

Angesichts des angekündigten Warnstreiks hat die Luftverkehrslobby schärfere Regeln für Arbeitskämpfe verlangt. Der Flughafenverband ADV spricht von einem Schaden für das Ansehen Deutschlands.

Im Luftverkehr greife die friedensstiftende Kraft des Tarifeinheitsgesetzes nicht, erklärte der Bundesverband der Deutschen Luftverkehrswirtschaft (BDL). In der komplexen Dienstleistungskette sei jede Beschäftigtengruppe in der Lage, den gesamten Flugverkehr lahmzulegen, ohne dass die betroffenen Unternehmen jeweils an der Tarifauseinandersetzung beteiligt seien. Wie in anderen Ländern müssten für Arbeitskämpfe im Luftverkehr besondere Regeln gelten, verlangte der Verband. Der BDL schlägt unter anderem ein obligatorisches Schlichtungsverfahren, feste Ankündigungsfristen sowie die Verpflichtung der Gewerkschaften zu Urabstimmungen vor.

Die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi will am Mittwoch ohne vorherige Urabstimmung sechs Flughäfen bestreiken und trifft damit auch die Fluggesellschaften, die Zehntausende Passagiere umbuchen müssen.

Der Flughafenverband ADV kritiserte die Arbeitsniederlegungen als völlig unangemessen. „Verdi schadet mit seinem Aufruf dem wirtschaftlichen Ansehen Deutschlands. Es ist unverantwortlich, weite Teile des innerdeutschen und interkontinentalen Luftverkehrs während der weltgrößten Industriemesse in Hannover zum Erliegen zu bringen“, sagte Ralph Beisel, Hauptgeschäftsführer des ADV. Flughäfen würden als öffentlichkeitswirksame Schaubühne missbraucht.

„Arbeitskampfmaßnahmen, die darauf abzielen, gleich sechs Flughäfen ganztägig lahmzulegen und damit den innerdeutschen Luftverkehr großflächig und eine Vielzahl an internationalen Verbindungen zu treffen, gehen weit über das Maß eines Warnstreiks hinaus und sind völlig unangemessen“, so Walter Schoefer, Geschäftsführer des Stuttgarter Flughafens, der die deutschen Flughäfen in den Tarifverhandlungen vertritt. (ASC/dpa)

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