Vor Zertifizierung

Boeing stellt neue B-737max-Software fertig

Der Boeing-Verkaufsschlager B-737max darf noch immer nicht abheben, derzeit gibt es nur Erprobungsflüge mit neuer Software.
Boeing
Der Boeing-Verkaufsschlager B-737max darf noch immer nicht abheben, derzeit gibt es nur Erprobungsflüge mit neuer Software.

Nach zwei Abstürzen von B-737max8 geriet Boeing in die Kritik. Nun entwickelte der US-Luftfahrtkonzern ein Update für die Software, die die Abstürze möglicherweise verursacht hat. Wieder abheben dürfen die B-737max vorerst trotzdem nicht.

Nach dem tödlichen Absturz von zwei B-737max8 hat der US-Flugzeug-Hersteller Boeing nach eigenen Angaben die Entwicklung eines Update für die Steuerungs-Software abgeschlossen. Boeing sei zuversichtlich, dass die B-737max mit der aktualisierten Software des Fluglage-Stabilisierungssystems MCAS "eines der sichersten Flugzeuge sein wird, das jemals geflogen ist", sagte Boeing-Chef Dennis Muilenburg am Donnerstag einer Mitteilung des Konzerns zufolge. Ein Ende des Flugverbots für die Maschinen dieses Typs bedeutet das zunächst allerdings nicht.

Die US-Flugaufsichtsbehörde FAA muss die Änderungen noch zertifizieren, bevor die B-737max wieder fliegen darf. Die Behörde hatte angekündigt, die Software einer "rigorosen Sicherheitsüberprüfung" zu unterziehen.
Beim Absturz einer B-737max8 von Ethiopian Airlines im März und einer Maschine gleichen Typs der indonesischen Lion Air im Oktober waren insgesamt 346 Menschen ums Leben gekommen. In beiden Fällen war möglicherweise die MCAS-Software verantwortlich. Der Bordcomputer soll die Nase der Boeing nach unten gedrückt haben, die Besatzung war nicht mehr in der Lage, den Fehler zu korrigieren.

Boeing teilte am Donnerstag in Chicago mit, die aktualisierte Software sei bereits im Flugsimulator und auf Testflügen erprobt worden. Bislang sei das MCAS mit dem Update mehr als 360 Stunden lang auf insgesamt 207 Testflügen eingesetzt worden. Boeing habe zudem verbesserte Trainingsmaterialien entwickelt, die nun von der FAA sowie von Flugaufsichtsbehörden anderer Länder und von B-737max-Kunden überprüft würden.

In der Mitteilung des Konzerns hieß es weiter, man arbeite daran, der FAA auf deren Anforderung hin noch weitere Informationen zur Verfügung zu stellen. Dabei gehe es unter anderem darum, wie Piloten in verschiedenen Szenarien mit der Flugzeugsteuerung und den Anzeigen interagierten. Sobald diese Anforderungen erfüllt seien, werde Boeing mit der FAA einen Testflug zur Zertifizierung vereinbaren.

Das "Wall Street Journal" hatte am Montag berichtet, es sei unwahrscheinlich, dass die Maschinen der Baureihe B-737max vor Mitte August wieder fliegen dürften. Damit stünden sie für einen großen Teil des Ferienverkehrs nicht zur Verfügung. Die Zeitung schrieb, die endgültige Zertifizierung durch die FAA hänge auch von der Reaktion ausländischer Flugaufsichtsbehörden ab, die ihre eigenen Untersuchungen vornehmen wollten.

Die FAA war in die Kritik geraten, weil sie erst drei Tage nach dem Absturz in Äthiopien ein Flugverbot für B-737max erlassen hatte. Boeing empfahl als Vorsichtsmaßnahme ein Startverbot für alle Flugzeuge der Baureihe weltweit.

An der New Yorker Börse sorgte die Entwicklung des Software-Updates am Donnerstag für gute Laune. Die Boeing-Aktie baute ihre Kursgewinne aus und notierte zuletzt zweieinhalb Prozent höher als am Vortag.
1 Kommentar
  1. Hans-Jürgen Henschel
    Erstellt 17. Mai 2019 09:52 | Permanent-Link

    Offensichtlich ist das Flugzeug B737 in seiner weiteren Entwicklung in Richtung optimaler Wirtschaftlichkeit so weit entwickelt worden, dass es unter bestimmten Bedingungen, die halt auch mal vorkommen können, nicht mehr normal flugfähig ist. Auch die beste Software kann mal versagen oder aussetzen. Ich werde geplante Flüge mit diesem Baumuster auf längere Zeit nicht wahrnehmen, sondern umbuchen, ggf. stornieren oder andere Beförderungsmittel nutzen.

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