Viele Verspätungen

Hitze-Juni bremst Bahn aus

Dauer-Thema: Auch im Juni gab es bei der Bahn wieder viele Verspätungen.
Deutsche Bahn AG
Dauer-Thema: Auch im Juni gab es bei der Bahn wieder viele Verspätungen.

Die Bahn hat im Juni erneut viele Verspätungen registriert. Als Gründe nennt der Konzern Hitze und Unwetter.

Hitze, Gewitter, Böschungsbrände: Der außergewöhnlich heiße Juni hat die Deutsche Bahn spürbar ausgebremst. Nur 69,8 Prozent der Fernzüge waren nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur pünktlich. Das waren zehn Prozentpunkte weniger als noch im Mai und der schwächste Juni-Wert seit sechs Jahren. Dabei zählt der Konzern alle Züge als pünktlich, die weniger als sechs Minuten nach Fahrplan eintreffen. Auch im Regionalverkehr gab es mehr Verspätungen als zuvor.

Anfang Juni waren Gewitter mit Starkregen und Hagel übers Land gezogen, Bäume fielen auf Oberleitungen, Strecken wurden unterspült, wie es bei der Bahn zur Erklärung hieß. In der zweiten Monatshälfte musste das Unternehmen wegen der Hitze bei Bauarbeiten umplanen, zudem habe es Verspätungen und Ausfälle durch mehr als 50 Böschungsbrände gegeben. Die Pünktlichkeit litt demnach auch darunter, dass neue ICE4-Züge wegen fehlerhafter Schweißnähte nicht wie geplant aufs Gleis kommen.



Die vielen Verspätungen bedeuten einen Rückschlag für die Fahrgäste. Drei Monate lang war es der Bahn bis Mai gelungen, ihre schwachen Vorjahreszahlen zu übertreffen. Der Juni setzt dem ein vorläufiges Ende. Unterm Strich wird das selbstgesetzte Ziel bislang jedoch noch erreicht: Von Januar bis Juni waren im Durchschnitt gut 77 Prozent der Fernzüge pünktlich. 

Konzernchef Richard Lutz hatte 76,5 Prozent als Ziel für das Gesamtjahr ausgegeben, nachdem in der Vergangenheit die Latte deutlich höher gelegen hatte. 2018 gab es aber große Probleme mit Zugverspätungen, besonders in der langen Hitzeperiode im Sommer und Herbst. Anlässlich mehrerer Krisentreffen sagte Lutz im Januar dem Bund als Eigentümer zu, im ersten Halbjahr Schritt für Schritt besser zu werden. 
Einen Strich durch diese Rechnung machten im Juni nicht nur das Wetter und zahlreiche Baustellen, sondern nun auch wieder Fahrzeugprobleme. Seit am neuen Flaggschiff ICE4 fehlerhafte Schweißnähte entdeckt wurden, nimmt die Bahn den Herstellern vorerst keine weiteren Züge ab – seit dem kleinen Fahrplanwechsel Anfang Juni macht sich das bemerkbar. 

Im Regionalverkehr waren im Juni 92,6 Prozent der Züge pünktlich, so wenig waren es in einem Juni zuletzt 2011. Die Pünktlichkeitsstatistik berücksichtigt monatlich gut 800.000 Fahrten von Personenzügen der Deutschen Bahn, davon 20.000 im Fernverkehr.

Die Kommentare für diesen Artikel sind geschlossen.

Fachmedien und Mittelstand Digital Logo
Nutzungsbasierte Onlinewerbung
stats