Verpasster Stopp

ICE halten einfach nicht in Wolfsburg

Zu unauffällig? Immer wieder stoppen Zugführer aus Versehen nicht im Wolfsburger Hauptbahnhof.
Broadway/commons.wikimedia, Gemeinfrei
Zu unauffällig? Immer wieder stoppen Zugführer aus Versehen nicht im Wolfsburger Hauptbahnhof.

Nachdem am Wochenende erneut ein ICE an Wolfsburg ohne Halt vorbei gerauscht ist, sucht die Bahn nach der Ursache für den nicht zum ersten Mal verpassten Stopp.

Der Fahrgast-Verband „Pro Bahn“ hat häufigere Stopps in Wolfsburg gefordert, nachdem wieder einmal ein ICE ohne Halt an der niedersächsischen Stadt vorbeigefahren ist. „Eine Lösung für das Problem wäre, dass jeder Zug von und nach Berlin auch in Wolfsburg hält“, sagte „Pro Bahn“-Sprecher Karl-Peter Naumann der Deutschen Presse-Agentur. „Der menschliche Fehler passiert nur, wenn unklar ist, ob die VW-Stadt Zwischenhalt ist.“

Am Sonntag hatte zum wiederholten Mal ein ICE mit fahrplanmäßigen Halt in Wolfsburg nicht angehalten. „Das Problem gibt es auch andernorts, Wolfsburg ist aber mittlerweile das prominenteste Beispiel“, so Naumann.

Diesmal bemerkte das Zugpersonal die Panne offensichtlich und legte außerplanmäßig einen Stopp in Stendal in Sachsen-Anhalt ein. Dort konnten die Reisenden dann umsteigen. Es werde derzeit geklärt, warum der Zug nicht hielt, sagte eine Bahn-Sprecherin. Das Unternehmen entschuldigte sich bei den Betroffenen. Die Fahrgastrechte würden vollumfänglich gelten.

Auch wenn es in Wolfsburg in den vergangenen Jahren mindestens fünf Mal vorgekommen ist, bleibt das versehentliche Auslassen eines Halts laut Bahn eine Ausnahme. Erst im September hatte ein ICE den Bahnhof aufgrund eines technischen Defekts verpasst. Der Zug kam hinter dem Bahnsteig zum Halten und konnte zurücksetzen.

Auf die Frage, ob es für wartende Passagiere am Gleis nicht gefährlich sei, wenn ein Zug einfach durchfährt, verwies die Bahnsprecherin auf Warnhinweise und die vorgegebene Höchstgeschwindigkeit. „Eine entsprechende Warnung gibt es leider nicht mehr immer überall“, kritisierte „Pro Bahn“-Sprecher Naumann. (dpa)

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