Verkehrsstatistik

Flughäfen spüren Air-Berlin-Abgang noch immer

Um die Lücken zu füllen, die das Ende von Air Berlin hinterließ, setzte Lufthansa ab Berlin-Tegel mitunter auf innerdeutschen Diensten einen Airbus A-380 ein – das größte Passagierflugzeug der Welt.
Günter Wicker / Flughafen Berlin Brandenburg GmbH
Um die Lücken zu füllen, die das Ende von Air Berlin hinterließ, setzte Lufthansa ab Berlin-Tegel mitunter auf innerdeutschen Diensten einen Airbus A-380 ein – das größte Passagierflugzeug der Welt.

Seit Oktober vergangenen Jahres fliegt die Air Berlin nicht mehr. Deutsche Flughäfen spüren die Folgen der Konsolidierung bei den Airlines noch immer.

Die Pleite der Air Berlin hat Lücken im deutschen Flugplan hinterlassen. Die Flughäfen haben im ersten Halbjahr 2018 vor allem auf innerdeutschen Verbindungen weniger Passagiere gezählt, wie der Flughafen-Verband ADV der Deutschen Presse-Agentur berichtete. Vor allem der stark gewachsene Europa-Verkehr hat aber dafür gesorgt, dass unter dem Strich doch noch mehr Menschen an den deutschen Flughäfen abgefertigt wurden.

Im Juni nutzten laut ADV 22,4 Mio. Passagiere die Flughäfen, ein leichtes Plus von 2,4 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat. Dabei setzte sich der bis Mai festgestellte Trend fort, dass der rückläufige innerdeutsche Verkehr das Gesamtwachstum bremst. Für das Halbjahr nannte der Verband nun ein Minus von 5 Prozent bei den Passagieren im innerdeutschen Verkehr.

„Die deutschen Flughäfen spüren nach wie vor die Folgen der umfassenden Konsolidierungsmaßnahmen bei den Fluggesellschaften, insbesondere durch den Wegfall einer Air Berlin“, erläutert ADV-Hauptgeschäftsführer Ralph Beisel. Nach Pleite und Einstellung der Air Berlin im Herbst 2017 hatten die Lufthansa-Tochter Eurowings und die britische Easyjet nach und nach innerdeutsche Ersatzverbindungen angeboten.

Im Juni verzeichneten kleinere Flughäfen wie Karlsruhe (minus 73,1 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat), Erfurt (minus 49,8 Prozent) oder Nürnberg (minus 29,3 Prozent) starke Passagierrückgänge. Auch in Berlin und Düsseldorf sank die Zahl der Reisenden.

Die monatlichen Wachstumsquoten bei den Passagierzahlen fallen in der Gesamtsicht deutlich geringer aus als im Vorjahr. Für das erste Halbjahr soll die Gesamtzahl für sämtliche deutschen Flughäfen erst im August vorliegen. Aus vorläufigen Berechnungen ergibt sich ein Passagierplus von 2,3 Prozent auf knapp 110 Mio. Passagiere. Dazu hat besonders der größte Flughafen in Frankfurt beigetragen, der für Juni mit dem lokalen Ferienbeginn ein Passagierplus von 9,8 Prozent vorweist. (dpa)

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