Verdi nach dem Streik

Ryanair soll mit Stationen-Schließung gedroht haben

Nach dem Streik von Flugbegleitern und Piloten beim Billigflieger Ryanair hat die Gewerkschaft Verdi die aus ihrer Sicht große Beteiligung hervorgehoben. Mindestens 250 Flüge waren ausgefallen.

Leere Terminals und viele Politiker auf Solidaritätsbesuch: Erneut haben am Freitag Flugbegleiter und Piloten den Billigflieger Ryanair bestreikt. „Das ist umso mutiger, da die Beschäftigten trotz großen Drucks teilgenommen haben“, sagte eine Verdi-Sprecherin am Samstag der Deutschen Presse-Agentur in Berlin.

Vertreter der Airline hätten am Streiktag gedroht, Stationen zu schließen. „Trotzdem haben Kolleginnen und Kollegen in ganz großer Anzahl gestreikt.“ Der 24-stündige Ausstand war in der Nacht zum Samstag beendet worden. „Wir hoffen, dass Ryanair das Signal verstanden hat und endlich ein ordentliches Angebot auf den Tisch legt“, sagte die Verdi-Sprecherin.

Das fliegende Personal will höhere Löhne und bessere Arbeitsbedingungen nach dem jeweiligen nationalen Recht erreichen. An dem zweiten europaweiten Streik von Piloten und Flugbegleitern waren außer in Deutschland auch Beschäftigte aus Spanien, Portugal, Belgien, Italien und den Niederlanden beteiligt. Wegen des Streiks waren am Freitag mindestens 250 Flüge ausgefallen. Das entspricht rund zehn Prozent des geplanten Europa-Programms, wie das irische Unternehmen in Dublin mitgeteilt hatte.

Die Verdi-Sprecherin betonte auch die Unterstützung der Politik. So hatte etwa Arbeitsminister Hubertus Heil (SPD) in Berlin die Streikenden getroffen. „Diese Unterstützung macht den Beschäftigten Mut“, sagte sie. Auch Reisende hätten an den Flughäfen Interesse und Verständnis gezeigt. (dpa)

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