US-Luftfahrtbehörde

Boeing will Software für B-737max nachbessern

Die B-737max8 wird von Boeing mit einer Bestuhlung von 162 bis 178 Sitzen angeboten. Der knapp 40 Meter lange Jet kann maximal 6510 Kilometer weit fliegen.
Boeing
Die B-737max8 wird von Boeing mit einer Bestuhlung von 162 bis 178 Sitzen angeboten. Der knapp 40 Meter lange Jet kann maximal 6510 Kilometer weit fliegen.

Nach zwei Abstürzen von Maschinen des Typs Boeing B-737max will der US-Hersteller eine Schwachstelle in der Steuerungs-Software flicken. In die Ermittlungen hat sich inzwischen einem Bericht zufolge auch das FBI eingeschaltet.

Nach den Flugzeugabstürzen von Indonesien und Äthiopien mit insgesamt 346 Todesopfern entwickelt der Hersteller Boeing einen Software-Patch und entsprechende Installationsprogramme für die Baureihe B-737max. Das teilte die US-Luftfahrtbehörde FAA mit. Auch sei ein entsprechendes Ausbildungsprogramm für Flugzeugbesatzungen vorbereitet worden. Die Behörde betrachte die Installation der Software und die Ausbildung als "Priorität".

Nach zwei Abstürzen dieser neuen Flugzeugtypen innerhalb kurzer Zeit wurde bis zur genauen Klärung der Ursachen ein Startverbot für die Serie B-737max angeordnet – alle Flugzeuge müssen am Boden bleiben. Erste Auswertungen von Daten hatten ergeben, dass es bei den Abstürzen der Maschinen der Gesellschaften Lion Air (Indonesien) und Ethiopian Airlines Ähnlichkeiten gegeben haben könnte. Zudem hatte es Berichte von Piloten gegeben, die in letzter Minute eine infrage stehende Software ausgeschaltet hatten und so Schlimmeres verhindern konnten.

Das FBI hat sich unterdessen laut einem Zeitungsbericht strafrechtlichen Ermittlungen im Zusammenhang mit der Zulassung vom Unglücksflieger B-737max angeschlossen. Die Bundespolizei solle mit ihren beträchtlichen Ressourcen die bereits laufende Untersuchung des Verkehrsministeriums unterstützen, schrieb die "Seattle Times" am Mittwoch unter Berufung auf Insider. Die Ermittlung werde vom Verkehrsministerium durchgeführt, aber von der strafrechtlichen Abteilung des Justizministeriums überwacht.

Die US-Verkehrsministerin Elaine Chao hatte am Dienstag angeordnet, dass ihr Ministerium überprüft, ob bei der Sicherheitszertifizierung der neuen B-737max-Flugzeuge im Jahr 2017 alles mit rechten Dingen zugegangen ist. Der Generalinspekteur des Ministeriums solle den Fall untersuchen. Über Ermittlungen des Justizministeriums hatten zuvor bereits andere US-Medien wie das "Wall Street Journal" unter Berufung auf Insider berichtet. Das Ministerium bestätige oder dementiere solche Ermittlungen prinzipiell nicht, sagte ein Sprecher.

Nach zwei Flugzeugabstürzen in weniger als einem halben Jahr wird die Zulassung von B-737max-Jets durch die US-Luftfahrtbehörde FAA inzwischen mit großem Argwohn betrachtet. Skepsis ruft vor allem die Freigabe der umstrittenen Steuerungs-Software MCAS hervor, die laut Unfallermittlern eine entscheidende Rolle beim Absturz einer B-737max8 Ende Oktober in Indonesien spielte und auch beim jüngsten Crash einer solchen Maschine in Äthiopien als mögliche Ursache in Betracht kommt.

Am Mittwoch leitete der Generalinspekteur des US-Verteidigungsministeriums eine Untersuchung gegen den amtierenden Verteidigungsminister Patrick Shanahan, einen langjährigen Boeing-Manager, ein. Es werde untersucht, ob Shanahan sein Amt genutzt habe, um seinem früheren Arbeitgeber Vorteile zu verschaffen. Boeing ist auch einer der größten Rüstungshersteller in den USA. Shanahan ließ mitteilen, er begrüße die Überprüfungen.

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