Urteil Landgericht Hannover

Reisedistanz bestimmt Regresshöhe bei Flugverspätung

Bei der Entschädigungshöhe für verspätete Flüge ist die Entfernung zwischen Start und Ziel der gesamten Flugreise entscheidend.
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Bei der Entschädigungshöhe für verspätete Flüge ist die Entfernung zwischen Start und Ziel der gesamten Flugreise entscheidend.

Wenn sich die Flugreise stark verspätet, gibt es Anspruch auf Entschädigung. Doch wie hoch fällt die Zahlung aus, wenn von zwei Flügen nur einer verzögert war? Das Landgericht Hannover hat dazu ein Urteil gesprochen.

Bei der Entschädigungshöhe für verspätete Flüge zählt die Entfernung zwischen Start und Ziel der gesamten Flugreise. Bei Verbindungen mit Anschlussflügen sei darunter die Distanz zwischen erstem Abflugort und Zielort zu verstehen, entschied das Landgericht Hannover (Aktenzeichen 5 S 107/18). Es ist also unerheblich, ob einer der Flüge pünktlich war – sofern der Passagier erheblich verspätet sein finales Ziel erreicht. Über das Urteil berichtet die Zeitschrift "Reiserecht aktuell".

In dem verhandelten Fall wurde dem Kläger statt 250 Euro eine Ausgleichszahlung von 600 Euro zugesprochen – und damit ein Urteil des Amtsgerichts aufgehoben. Der Mann war mit Umsteigen von Schanghai nach Hannover geflogen und mit großer Verspätung am Ziel angekommen. Die aus zwei Flügen bestehende Flugreise sei wie ein Nonstop-Flug hinsichtlich der Entfernung zu bewerten, so das Landgericht.
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