Uneigennütziger Vorschlag

Easyjet-Boss fordert höhere Abgaben auf Flüge

Easyjet-Chef Johan Lundgren plädiert für eine Änderung des Luftfahrt-Steuersystems.
Andreas W. Schulz
Easyjet-Chef Johan Lundgren plädiert für eine Änderung des Luftfahrt-Steuersystems.

Easyjet-Chef Johan Lundgren fordert eine Steuerreform für die Flugbranche mit höheren Abgaben für umweltschädliches Verhalten.

"Ein Ansatz wäre eine Abgabe nicht auf Tickets pro Person, sondern auf den Kerosinverbrauch und Flugzeugbewegungen. Dann gibt es weniger Flüge, aber auf denen verkehren dann größere, gut ausgelastete Maschinen", sagte Lundgren der "Wirtschaftswoche". "Die Abgaben müssen, anders als heute, umweltschädliches Verhalten stärker belasten als umweltfreundliches." Die britische Easyjet ist der zweitgrößte Billigflieger in Europa, hinter Branchenprimus Ryanair.

Die Einnahmen durch eine solche Steuerreform sollten aber nicht in die öffentlichen Haushalte fließen, sagte Lundgren. "Diese Mittel müssen neue umweltfreundliche Technologien fördern." Dafür seien auch höhere Steuern und Abgaben gerechtfertigt. "Ich bin kein Fan davon. Aber wenn wir nur damit genug Geld für Innovationen sammeln können, akzeptiere ich das", sagte der Easyjet-Chef.

Frankreich hat bereits eine Umweltsteuer auf Flugtickets angekündigt, die von 2020 an erhoben werden und je nach Art des Tickets zwischen 1,50 und 18 Euro betragen soll. Das Geld soll vor allem in das Schienensystem fließen. Die deutsche Luftverkehrsteuer wird seit 2011 mit Sätzen von aktuell 7,38 Euro bis 41,49 Euro erhoben. Sie spülte im vergangenen Jahr knapp 1,2 Mrd. Euro in den Bundeshaushalt. Mit ihrem neuen Klimaschutzpaket will die schwarz-rote Koalition künftig Bahnfahren billiger und Flüge teurer machen.
3 Kommentare Kommentieren
  1. Silvio Rebmann
    Erstellt 4. Oktober 2019 12:43 | Permanent-Link

    Von wegen Uneigennützig! Herr Lundgren hätte natürlich gut lachen wenn sein Vorschlag pro Flugzeug und Kerosinverbrauch anklang finden würde denn dies wäre der endgültige Todesstoß für jeglichen Regionalflug bedeuten und die LCC wären die lachenden dritten! Wie die kürzlichen Insolvenzen der Adria Airways, VLM und BMI sowie die Einstellung der Luxair Strecke nach Saarbrücken zeigen ist Regionalflug ein hartes Geschäft und kann nur mit kleinem Fluggerät einigermaßen kosten und Nachfrage gerecht bedient werden. Ich bin einigermaßen erschüttert das ein Fachmagazin wie die FVW ein solches Interview aus der Publikumspresse aufgreift und dies unkommentiert stehen lässt! Schade eigentlich denn der Meinungsbildung in der Branche hätte ein qualifizierter Kommentar dazu gut gestanden!

  2. A.Schlehuber
    Erstellt 4. Oktober 2019 13:28 | Permanent-Link

    Fast so schlimm wie kranke Politiker und Airport Manager. Slots verringern. Den Preis und vielleicht auch mal wieder PROVISIONEN, regelt der Markt.

  3. Dietmar Rauter
    Erstellt 5. Oktober 2019 17:12 | Permanent-Link

    Warum keine (kostenpflichtige) Beratungspflicht : 'Müssen Sie denn unbedingt fliegen ?' . Tickets nur im Reisebüro (als Tugendwächter)...

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