UFO-Führungskrise

IGL stellt sich als dritte Gewerkschaft für Flugbegleiter auf

Enttäuschte UFO-Mitglieder wollen unter dem Dach der Industriegewerkschaft Luftverkehr (IGL) einen eigenen Bereich für Flugbegleiter aufbauen. Die Neugründung sei "dringend notwendig", um wieder handlungsfähig zu werden.

Im Lufthansa-Konzern konkurrieren künftig drei Gewerkschaften darum, die Gruppe der Flugbegleiter zu vertreten. Neben der etablierten UFO und der DGB-Gewerkschaft Verdi hat nun der Vorstand der vergleichsweise jungen Industriegewerkschaft Luftverkehr (IGL) beschlossen, einen eigenen Bereich für das Kabinenpersonal aufzubauen. Man wolle eine "durchsetzungsfähige und solidarische Interessensvertretung im Luftverkehr" organisieren, heißt es in einer Mitteilung.


Die Bereichsgründung zielt auf enttäuschte Mitglieder der UFO, die sich seit Monaten in einer Führungskrise befindet. Im Streit mit dem früheren UFO-Chef Nicoley Baublies sind auch einige UFO-Funktionäre zur IGL abgewandert und bauen nun dort eine Konkurrenz-Organisation auf. Die Neugründung sei dringend notwendig, um "die Handlungsfähigkeit der Kabine" wiederherzustellen, heißt es in der Mitteilung.

Für neue Gewerkschaften ist es allerdings immer problematisch, von den Arbeitgebern als tariffähig anerkannt zu werden. Nach den Worten ihres Vize-Vorsitzenden Daniel Wollenberg will die IGL die Interessen
von Technikern, Logistikern und Flugbegleitern bei der Lufthansa bündeln und das Unternehmen dann zu Verhandlungen bewegen. Baublies selbst hatte die IGL 2015 als gewerkschaftliche Dachorganisation gegründet, die auch bei anderen Luftfahrtfirmen um Mitglieder wirbt. Im vergangenen Jahr trennten sich IGL und UFO.

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