TUIfly-Flugausfälle

Gericht verhandelt über Entschädigungen

Die plötzliche Massenerkrankung des fliegenden TUIfly-Personals im vergangenen Herbst zieht weitere Konsequenzen nach sich. Auf die ersten mündlichen Verhandlungen dürften jahrelange Streitigkeiten vor Gerichten folgen.

Vor dem Amtsgericht Hannover sind nun zwei Entschädigungsklagen von TUIfly-Reisenden wegen entgangener oder verminderter Urlaubserholung verhandelt worden. Die TUI will den Kunden bisher keine Entschädigungen zahlen, sondern erstattet nur den Reisepreis. Sie beruft sich dabei auf höhere Gewalt beziehungsweise außergewöhnliche Umstände. Richterin Catharina Erps will an diesem Mittwoch eine Entscheidung verkünden.

Sie drückte in der Anhörung bereits die Überzeugung aus, dass die Parteien wohl nächsthöhere Instanzen anrufen würden. Dieser Ansicht schloss sich auch der Anwalt eines Paares aus Nordrhein-Westfalen an. Er sprach von einem Präzedenzfall und kündigte am Rande des Verfahrens an, notfalls vor den Europäischen Gerichtshof zu ziehen. Ein endgültiger Beschluss könne sich somit bis zu zwei Jahre hinziehen. Seine Mandanten hatten im vergangenen Herbst auf dem Rückflug von Kos nach Düsseldorf eine mehr als dreistündige Verspätung und machen nach der Europäischen Fluggastrechte-Verordnung daher eine Entschädigung von 400 Euro pro Person geltend.

Auf die gleiche Verordnung beruft sich eine fünfköpfige Familie aus Celle, deren Flug bei der Ankunft in Düsseldorf komplett gestrichen worden war. Sie fordert die gleiche Summe pro Person. (dpa)

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