Trotz Billigflieger-Invasion

Flugpreise sinken 2019 nur minimal

Der Flughafen Wien-Schwechat boomt wie selten zuvor: Die Airlines liefern sich einen enormen Preiswettbewerb.
Hansueli Krapf/Wikimedia, CC BY-SA 3.0
Der Flughafen Wien-Schwechat boomt wie selten zuvor: Die Airlines liefern sich einen enormen Preiswettbewerb.

Noch nie gab es in Österreich einen solchen Preiswettbewerb unter den Fluggesellschaften wie derzeit. Laut ABTA-Analyse sanken die Ticketpreise 2019 daher um 7,8 Prozent – doch Fernflüge wurden sogar teurer.

Mit einer aktuellen Analyse schaltet sich die Austrian Business Travel Association (ABTA) in die Diskussion um den Wettbewerb der Fluggesellschaften und dessen Auswirkungen auf die Ticketpreise ein. "Es ist keineswegs so, dass die Flugpreise auf breiter Front sinken", tritt der ABTA-Präsident Andreas Gruber (Siemens Österreich) den derzeitigen Annahmen entgegen: "Für europäische Strecken ab Österreich haben wir zwar einen Preisrückgang im ersten Halbjahr von 7,8 Prozent festgestellt. Langstrecken-Tickets sind allerdings um 2,6 Prozent teurer geworden."

Für die neue ABTA-Kompaktanalyse verwendet der Verband der österreichischen Geschäftsreisenden zusammengefasste Ticketdaten, die von Mitgliedsunternehmen zur Verfügung gestellt werden. Diese Daten haben eine höhere Relevanz als beispielsweise Trendumfragen, die auf der subjektiven Einschätzung der Befragten beruhen.

Die jetzt vorgelegten Ergebnisse über die Ticketpreis-Entwicklung basieren auf der Auswertung von etwa 500.000 Tickets. Der durchschnittliche Ticketpreis (alle Destinationen) belief sich im ersten Halbjahr 2019 auf 676 Euro. Verglichen mit dem entsprechenden Vorjahreszeitraum wurde ein relativ geringer Rückgang von 1,3 Prozent festgestellt.

Fliegen nach Osteuropa um 30 Prozent günstiger

Der Durchschnittspreis für Europa-Tickets sank von 409 Euro (2018) auf jetzt 377 Euro. Das ist ein Rückgang von 7,8 Prozent. Für Tickets zu Zielen außerhalb Europas stieg dagegen der Durchschnittspreis von 1380 Euro (2018) auf jetzt 1416 Euro. Das entspricht einer Steigerung von 2,6 Prozent.

"Ob also österreichische Unternehmen vom Preiswettbewerb der Airlines profitieren, hängt sehr davon ab, wohin ihre Mitarbeiter fliegen", sagt Gruber. "Besonders profitieren solche Unternehmen, die häufig nach Osteuropa fliegen." So ist beispielsweise der durchschnittliche Ticketpreis nach Bukarest um 35,8 Prozent gesunken, der Ticketpreis nach Warschau um 29 Prozent. Ursache des Preisverfalls ist der harte Kampf mehrerer Airlines um Marktanteile.


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