Testlauf in Stuttgart

Leuchtender Bahnsteig soll S-Bahn pünktlicher machen

Ein „leuchtender Bahnsteig“ soll Passagieren zeigen, wo sie einsteigen sollen.
Deutsche Bahn AG
Ein „leuchtender Bahnsteig“ soll Passagieren zeigen, wo sie einsteigen sollen.

Bei dem Bemühen um pünktlichere Züge setzt die Bahn auf eine neue Technik: Eine leuchtende Bahnsteigkante soll zügigeres Einsteigen ermöglichen. Nun wird die Innovation im Regionalverkehr in Stuttgart getestet.

Um endlich pünktlicher zu werden, testet die Stuttgarter S-Bahn eine deutschlandweite Innovation: die leuchtende Bahnsteigkante. Am Gleis 2 des Bahnhofs Bad Cannstatt zeigen im Boden eingelassene Leuchtsymbole vor der Einfahrt des nächsten Zuges, wo der Zug hält und wo genau sich die Türen befinden. Die Hoffnung der Bahn: Die Fahrgäste stehen damit am Bahnsteig immer an der richtigen Stelle, das Einsteigen geht zügiger.

Geplant ist, dass in den Wagen des jeweiligen Zuges per Kamera – natürlich anonymisiert – erfasst wird, wo sich noch freie Sitzplätze befinden. „Dynamische Wegeleitung mit Leuchtstreifen“, heißt das bei der Bahn.

Als ein Anlass für das Ganze gelten millionenschwere Strafen, die von der S-Bahn Jahr für Jahr unter anderem wegen chronischer Unpünktlichkeit gezahlt werden müssen. Seit Ende 2013 werden am Hauptbahnhof in den Stoßzeiten schon S-Bahn-Helfer eingesetzt, die dafür sorgen sollen, dass sich die Abfahrten nicht durch im letzten Moment reinspringende Fahrgäste verzögert. Das habe sich bewährt und werde ausgebaut, hieß es.

Wie die Bahn bereits im vergangenen Jahr mitteilte, könnten die „leuchtenden Bahnsteige“ nach erfolgreichen Tests im Regionalverkehr bundesweit eingesetzt werden. Auch der Einsatz an Fernverkehrsbahnhöfen sei denkbar, hieß es vom Konzern bei der Vorstellung des Produkts im vergangenen Oktober. (dpa/HD)

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