Tarifverhandlungen

Deutsche Bahn einigt sich mit Lokführern

„Wir lehnen es ab, dass unsere Leute rund um die Uhr erreichbar sein sollen“, hatte GDL-Chef Claus Weselsky vor dem Beginn der Gespräche erklärt.
imago/Reiner Zensen
„Wir lehnen es ab, dass unsere Leute rund um die Uhr erreichbar sein sollen“, hatte GDL-Chef Claus Weselsky vor dem Beginn der Gespräche erklärt.

Die Kunden der Deutschen Bahn können endgültig aufatmen. GDL-Chef Claus Weselsky stimmte dem neuen Tarifvertrag für die Lokführer zu. Nun sind Streiks des Fahrpersonals bei dem Staatskonzern bis ins Jahr 2021 ausgeschlossen.

Fahrgäste der Deutschen Bahn müssen für längere Zeit keine Streiks des Personals fürchten. Nach der Einigung mit der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) ist das Unternehmen nun auch mit der Lokführer-Gewerkschaft GDL einig. Es wurde in Frankfurt am Main ein langfristiger Tarifvertrag bis Ende Februar 2021 vereinbart, wie beide Seiten mitteilen.

Für die etwa 36.000 Beschäftigten des Fahrpersonals sollen die Löhne in zwei Stufen steigen: Zum 1. Juli zunächst um 3,5 Prozent und zum 1. Juli 2020 um weitere 2,6 Prozent. Statt der zweiten Tariferhöhung können die Bahner auch zusätzlichen Urlaub oder eine kürzere Wochenarbeitszeit wählen. Bereits im Februar wird eine Einmalzahlung von 1000 Euro gezahlt. Dies war schon mit der EVG im Dezember verabredet worden. Mit der GDL wurden zusätzliche Vereinbarungen zur Jahresarbeitszeit und zu den Pausen getroffen.

Außerhalb ihrer Arbeits- oder Bereitschaftszeiten müssen die Beschäftigten künftig nicht mehr ihre Mails checken oder per Handy erreichbar sein, erläuterte GDL-Chef Claus Weselsky. „Wir haben eine messerscharfe Trennung von Arbeit und Freizeit erreicht“, sagte er. Das sei arbeitsrechtlich festgelegt worden.

Mit der konkurrierenden EVG hatte sich die Bahn im Dezember schon auf einen Abschluss verständigt. Die Laufzeit mit beiden Gewerkschaften beträgt nun 29 Monate. So lange sind auch die Fahrgäste der Bahn vor Streiks geschützt.

Von den rund 160.000 Tarifbeschäftigten der Bahn gehören etwa 36.000 zum Fahrpersonal, dessen Belange von beiden Gewerkschaften vertreten werden. Die Bahn will in getrennten Verhandlungen widerspruchsfreie Abschlüsse erreichen, die sich aber in Details durchaus unterscheiden können. In der betrieblichen Praxis werden dann die Regelungen für das gesamte Fahrpersonal einheitlich gleich angewendet. Verhandlungserfolge der EVG kommen so auch GDL-Mitgliedern zugute und umgekehrt. (dpa)

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