Sturmtief „Egon“

Bahn drosselt ICE-Tempo

Schnee und Eis behindert auch die ICE mächtig. Wegen des Sturms „Egon“ dürfen sie momentan höchstens 200 Stundenkilometer fahren.
Deutsche Bahn AG
Schnee und Eis behindert auch die ICE mächtig. Wegen des Sturms „Egon“ dürfen sie momentan höchstens 200 Stundenkilometer fahren.

In der Nacht wurde es in Teilen von Deutschland ungemütlich. Auch am Morgen brachte Tief „Egon“ Probleme im Straßenverkehr. Es bleibt stürmisch.

Sturmtief „Egon“ hat am Freitagmorgen in Teilen von Niedersachsen den Verkehr lahm gelegt und mit Schneeregen und ersten Windböen auch Berlin und Brandenburg erreicht. Im Emsland stellten sich Laster quer und Autos rutschten in Gräben. Betroffen war auch der Bahnverkehr.

Die Strecke zwischen Hannover und Bremen musste wegen Unwetterschäden gesperrt werden, wie die Bahn mitteilte. Auch in anderen Bundesländern waren Gleise zwischenzeitlich gesperrt und es kam zu Verspätungen. Auf Tempo 200 drosselte die Bahn die Höchstgeschwindigkeit der ICE bis auf weiteres.

In Nordrhein-Westfalen blieben die befürchteten Schneemassen in den frühen Morgenstunden aus: Dort brachte „Egon“ vor allem Wind und Regen mit.

In der Nacht hatte das Tief Deutschland von Westen her erreicht. Im Saarland und in Rheinland-Pfalz fegte der Wind teils mit Orkanstärke über das Land und entwurzelte Bäume. Es kam zu Verkehrsbehinderungen und Stromausfällen. Es habe seit Mitternacht massive Probleme mit dem Sturm gegeben, sagte ein Sprecher des Lagezentrums in Saarbrücken am frühen Freitagmorgen.

In Baden-Württemberg gab es mehr als 400 Polizeieinsätze. Wie Sprecher der zwölf Polizeipräsidien mitteilten, ging es überwiegend um umgestürzte Bäume, umgewehte Bauzäune und Verkehrsschilder, die der Sturm mitriss. Die meisten Einsätze wurden aus dem Polizeipräsidium Heilbronn gemeldet. Laut eines Sprechers mussten die Beamten seit 0 Uhr 126 Mal ausrücken. Er sprach von zum Teil „chaotischen Zuständen“ auf den Straßen.

Auf dem 554-Meter-hohen Weinbiet in Rheinland-Pfalz erreichte der Wind Geschwindigkeiten von bis zu 148 Kilometern in der Stunde. Auch in Hessen brachte „Egon“ Sturm. Dort gab es zahlreiche Einsätze wegen umgestürzter Bäume und Gegenständen, die auf die Fahrbahn geflogen waren.

„Egon“ bringt wohl auch weiter Sturmböen und Schnee. Bei nassem Schnee und starkem Wind könnten erneut Stromleitungen und Bäume umknicken. „Das ist eine sehr gefährliche Kombination“, sagte Meteorologe Adrian Leyser vom DWD.

Am Wochenende dürften vor allem im Hochland winterliche Bedingungen herrschen. Doch der starke Wind könnte Wintersportlern und Spaziergängern auch dann noch den Spaß verderben. (dpa)

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