Sparprogramm verschärft (Update)

Lufthansa will bis zu 50 Prozent aller Flüge streichen

Ein erheblicher Teil der Lufthansa-Maschinen bleibt temporär am Boden.
Lufthansa
Ein erheblicher Teil der Lufthansa-Maschinen bleibt temporär am Boden.

Aufgrund "drastischer Buchungsrückgänge" sowie zahlreichen Flugstornierungen will die Lufthansa Gruppe ihre Kapazität stärker als bisher geplant zurückfahren. Möglich ist, dass die gesamte Airbus A-380-Flotte am Boden bleibt.

Abhängig von der weiteren Entwicklung der Nachfrage werden die Kapazitäten in den nächsten Wochen um bis zu 50 Prozent reduziert, teilt der Konzern mit. Damit werden die zuletzt angekündigten Flugstreichungen nochmal deutlich ausgeweitet. Die Kapazitätskürzungen beziehen sich auf alle Passagierfluggesellschaften der Lufthansa Group, zu denen auch Eurowings, Swiss, Austrian und Brussels Airlines gehören.

Darüber hinaus werde zurzeit geprüft, inwieweit die gesamte Airbus A-380-Flotte mit 14 Flugzeugen in Frankfurt und München temporär außer Dienst gestellt werden kann. Der Konzern hat rund 780 Flugzeuge in der Flotte, die im vergangenen Jahr durchschnittlich 3226 Flüge pro Tag absolvierten. Die Flugstreichung diene dazu, die finanziellen Folgen des Nachfrageeinbruchs zu verringern. Sie ergänzt die geplanten Sparmaßnahmen im Personalbereich, bei Sachkosten und Projektbudgets sowie weitere Liquiditätsmaßnahmen. Neben einem Einstellungsstopp hat die Lufthansa Group ihren Mitarbeitern bereits in den letzten Wochen die Nutzung von freiwilligen individuellen Personalmaßnahmen angeboten. Dazu zählen die Gewährung von unbezahltem Urlaub und das Vorziehen von Jahresurlaub. Das Unternehmen ist darüber hinaus in Gesprächen mit den Betriebspartnern und Gewerkschaften, um – unter anderem durch Kurzarbeit und Teilzeitmodelle – Probezeit-Kündigungen vermeiden zu können, heißt es weiter.

(Update:) Darüber hinaus verhandelt Lufthansa nach Angaben von Vorstandschef Carsten Spohr mit der Bundesregierung über finanzielle Hilfen. In einer Videobotschafz an die Mitarbeiter sagte Spohr, dass sich die Situation seit einer Woche zuvor "dramatisch verschlechtert" habe. Die Fluggesellschaft habe am vergangenen Donnerstag fast so viele Stornierungen wie neue Buchungen verzeichnet. Nachdem die Krise zunächst nur Asien, Italien und die Heimatmärkte betroffen habe, habe sie inzwischen auch den wichtigsten interkontinentalen Markt, die USA, erreicht.

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2.
Rainer Maertens
Erstellt 7. März 2020 09:21 | Permanent-Link

Wird die Touristik sterben?

Überall nur noch Corona in den Medien, Hamsterkäufe in den Supermärkten und Reisebeschränkungen. Was wird aus unserer Branche?

Touristikunternehmen, die betriebswirtschaftlich gesund in diese Krise gegangen sind, werden mit hoher Wahrscheinlichkeit gerupft auch diese Krise überstehen. Aber nur unter der Voraussetzung, dass ab Ostern etwa wieder etwas Normalität zurückkehrt.

Unternehmen, welche schon vorher betriebswirtschaftlich gekränkelt haben oder nur durch Wachstum überleben konnten, werden vom Markt ausscheiden.

Sollten die Pessimisten aber Recht haben und die Krise uns über den Sommer begleiten und mit voller Wucht im Herbst zurückkommen, wird keiner von uns hier weiter am Markt existieren können.

Welche Wissenschaftler nun Recht haben, die Optimisten oder Pessimisten, können wir Laien nicht einschätzen. Leider können wir Laien uns auch kein Bild machen, wie der Virus aktuell sich in den Ländern entwickelt, welche sommerliche Temperaturen haben. Sind die Infektionen dort nur Einreiseinfektionen oder vermehrt sich der Virus auch bei sommerlichen Temperaturen ganz normal, so wie bei uns?

Hoffen wir für alle Infizierten, Erkrankten und Unternehmen aller Branchen, dass wir nur mit zwei blauen Augen durchkommen.

1.
Dietmar Rauter
Erstellt 6. März 2020 20:48 | Permanent-Link

Das ist der Nachteil zu großer Unternehmen. Ihnen fehlt es an Flexibilität, wenn es wirklich mal coronat . Und für die vielen Zubringerflüge zur Langstrecke von jeder Milchkanne Europas gibt es keine noch kleinere hardware. Entweder streichen oder (ganz) weichen, halbvoll ist noch teurer. Und wenn die LH-Leute hart geblieben wären bei den Stornokosten, verlieren sie Ihre Klientel für zukünftige Reisen.

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