Sicherheitskontrollen am Airport

Regierung kritisiert Airlines wegen langer Warteschlangen

Die Kontrollen am Flughafen können schon einmal länger dauern.
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Die Kontrollen am Flughafen können schon einmal länger dauern.

Beim Sicherheits-Check am Flughafen bilden sich oft lange Warteschlangen. Nach Ansicht der Bundesregierung sind die Fluggesellschaften Schuld daran. Doch die Airlines sehen das ganz anders.

Die langwierigen Sicherheitskontrollen an Deutschlands Flughäfen sorgen für einen Zwist zwischen Regierung und Fluggesellschaften. Nach Ansicht der Bundesregierung tragen die Airlines durch ihre Preispolitik eine Mitschuld an den teils langen Wartezeiten. Die Luftverkehrswirtschaft beklagt hingegen, an den deutschen Airports seien die Kontrollen deutlich ineffizienter als in vielen anderen Ländern.

Nach Angaben des Bundesinnenministeriums entstehen die Verzögerungen beim Sicherheits-Check durch eine „hohe Zahl mitgeführter und sehr eng gepackter“ Handgepäckstücke. Dies erschwere eine zügige Auswertung der Röntgenbilder, „was zu einer längeren Verweildauer der Passagiere in der Kontrollspur führt“, zitiert das „Handelsblatt“ aus der Antwort des Ministeriums auf eine parlamentarische Anfrage der FDP. „Luftfahrtunternehmen tragen hierzu bei, indem durch zusätzliche Gebühren für Reisegepäck die Mitnahme von Handgepäck für Reisende attraktiver ist als das Aufgeben von Gepäck am Check-in-Schalter.“

Der Bundesverband der Deutschen Luftverkehrswirtschaft (BDL) argumentiert hingegen, an Flughäfen wie Amsterdam oder Brüssel seien die Kontrollen viel schneller, obwohl es dort ebenfalls mehr Handgepäck gebe als früher. „Entscheidend ist also nicht die Menge des Handgepäcks, sondern die Organisation der Sicherheitskontrollen“, erklärte BDL-Hauptgeschäftsführer Matthias von Randow.

Das Innenministerium warnte in seinem Text vor „schnelleren Prozessen“, wenn diese mit Abstrichen an der Sicherheit erkauft würden. Schließlich stehe der zivile Luftverkehr nach wie vor im Zielspektrum vom internationalen Terrorismus.

Der BDL verwies jedoch auf ein Pilotprojekt am Flughafen Köln/Bonn. Dieses habe gezeigt, dass die Kontrollen bei gleichbleibendem Sicherheitsniveau effizienter gestaltet werden könnten – etwa durch begehbare Körper-Scanner oder durch den Einsatz größerer Wannen auf den Gepäckbändern. Auch das Innenministerium sieht hier nach eigenen Angaben vielversprechende Ergebnisse: Die Zahl der pro Stunde abgefertigten Passagiere sei im Schnitt von 190 auf 219,5 gestiegen. (dpa)

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