Seit 17. August 2020 (Update)

Lübeck Air fliegt neu ab München und Stuttgart

Neu im innerdeutschen Flugverkehr: Lübeck Air.
Lübeck Air
Neu im innerdeutschen Flugverkehr: Lübeck Air.

Die neu gegründete Fluggesellschaft Lübeck Air verbindet die Hansestadt ab sofort mit den beiden süddeutschen Metropolen. In einem neuen Gewand zeigt sich auch der Lübecker Flughafen.

Seit Montag, 17. August, gibt es zwei neue Flugverbindungen zwischen Lübeck und Stuttgart sowie zwischen Lübeck und München. An allen Wochentagen außer samstags verbindet Lübeck Air diese Städte mit einer Maschine vom Typ ATR 72-500. Betrieben wird sie von der dänischen Alsie Express.

Die Erstflug-Passagiere lernten auch gleich den von den Architekten Gerkan, Marg und Partner neu gestalteten Lübecker Flughafen kennen: Kurze Wege, schnelle Abfertigung und ein komfortables Ambiente kennzeichnen den norddeutschen Airport.

"Wir bringen die starken Branchen des Nordens wie Ernährungswirtschaft, Maschinenbau und Medizintechnik näher an die Wirtschaftsräume des deutschen Südens heran", zeigen sich Winfried Stöcker und Jürgen Friedel, die Geschäftsführer der Fluggesellschaft und des Flughafens, einig.

"Und Ostsee-Urlauber aus Bayern und Baden-Württemberg haben nun eine bequeme Anreise von nur gut einer Stunde bis Lübeck", sagen die beiden. Die Tatsache, dass die neuen Strecken mitten in der Corona-Pandemie starteten, stelle besondere Anforderungen an das Unternehmen.

"Das Wohl der Fluggäste geht weit über ein schönes Ambiente und schnelle Prozesse hinaus." Im Flughafengebäude sowie an Bord der Maschine sorge man für den Schutz der Passagiere und des Personals vor einer Ansteckung mit Covid-19.

Die Flugpreise bei Lübeck Air starten bei knapp 100 Euro je einfache Strecke. Der Diamant-Tarif mit allen Premium-Optionen wie Valet-Parken, mehrfachem Umbuchen und Namensänderungen liegt bei knapp 400 Euro.

Der Flughafen Lübeck ist über die Autobahnen A1 und A20 gut an Städte wie Schwerin, Wismar und Hamburg angebunden. In der Nähe liegen die Ostseebäder Timmendorfer Strand, Scharbeutz, Boltenhagen und Travemünde.

Gleich gegenüber vom Flughafen befindet sich zudem der Bahnhof auf der Strecke Lüneburg–Lübeck–Kiel. Parkmöglichkeiten gibt es direkt vor dem Terminalgebäude und auf den nahen Langzeitparkplätzen.

Aktivisten verzögerten Erstflug

Der Erstflug am Montag nach München konnte erst mit 50-minütiger Verspätung starten, da etwa 80 Aktivisten der sogenannten "Extinction Rebellion" versuchten, die Maschine am Abheben zu hindern. Mehrere von ihnen wollten sich mit Sekundenkleber auf dem Rollfeld festkleben. Andere hatten sich unter die Passagiere gemischt und versuchten ebenfalls, sich an der Maschine festzukleben.

Die Störer konnten jedoch von couragierten Passagieren und der Polizei an ihrem Vorhaben gehindert werden. Einige von ihnen wurden vorläufig festgenommen. Den Vorwurf, dass die neuen Strecken den Klimaschutz torpedierten, wies Airline-Chef Jürgen Friedel entschieden zurück.

Zum einen verbrauchten die sparsamen ATR 72-500 deutlich unter vier Liter Sprit auf 100 km pro Person – weniger als das Auto. Zum anderen entfielen durch den Direktstart ab Lübeck die bisher nötigen klimaschädlichen Fahrten zu den Flughäfen nach Hamburg und Berlin.

Extinction Rebellion gilt in den Augen anderer Klimaaktivisten als „estorische Weltuntergangssekte“.


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