Schlichtungsstelle bei Reisemängeln

2019 liefen überdurchschnittlich viele Beschwerden ein

Bei Unzufriedenheit mit Reiseleistungen können Verbraucher sich an die Schlichtungsstelle für den öffentlichen Personenverkehr (SÖP) wenden.
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Bei Unzufriedenheit mit Reiseleistungen können Verbraucher sich an die Schlichtungsstelle für den öffentlichen Personenverkehr (SÖP) wenden.

Das Angebot der Schlichtungsstelle für den öffentlichen Personenverkehr (SÖP) wurde in diesem Jahr von Zehntausenden in Deutschland genutzt. Besonders oft beschwerten sich Bahn- und Fernbuskunden.

Verspätungen, Gepäckverlust und ausgefallene Flüge: Probleme bei Flug-, Bus- und Bahnreisen haben in diesem Jahr zu vielen Beschwerden bei der Schlichtungsstelle für den öffentlichen Personenverkehr (SÖP) geführt. Geschäftsführer Heinz Klewe sagte der Deutschen Presse-Agentur, er rechne bis Jahresende insgesamt mit rund 26.000 Anträgen zu Reisemängeln. Das ist die zweithöchste Zahl nach 2018, wo das sommerliche Flugchaos zu einer Verdoppelung der Beschwerden geführt hatte.

"Die von der Luftfahrtbranche und der Politik eingeleiteten beziehungsweise schon realisierten Maßnahmen zeigen offensichtlich Wirkung", erklärte Klewe den Rückgang. Lässt man das Ausnahmejahr 2018 außen vor, steigt die Zahl der Beschwerden seit Jahren an. "Die Verbraucher nutzen die Schlichtung zunehmend als eine für sie kostenlose und stressfreie Alternative zum Gang vors Gericht." In diesem Jahr konnte nach Klewes Worten in 90 Prozent der Fälle eine Einigung gefunden werden.

Seit dem 1. Dezember können sich bei der SÖP auch Verbraucher beschweren, die mit einer online gebuchten Reise unzufrieden sind. Aktuell sind die Anbieter Ebookers, Evaneos, Expedia, Holidaycheck, Journaway und Weg.de bereits bei der Schlichtungsstelle beteiligt. 

Weiter zugenommen haben die Beschwerden von Bahn- und Fernbuskunden, sie fallen aber weniger ins Gewicht. Bis Ende November haben sich 2939 Bahnkunden an die Schlichtungsstelle gewandt, ein Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Zum Vergleich: Direkt bei der Bahn haben sich im vergangenen Jahr allein zum Fernverkehr rund 300.000 Kunden beschwert. Auch 577 Fernbuskunden wandten sich bis Ende November an die Schlichter, sieben Prozent mehr als ein Jahr zuvor.

Die SÖP ist von der Bundesregierung als Schlichtungsstelle für Bahn, Luftverkehr, Fernbus und Schiff anerkannt. Zum größten Teil geht es um eine Entschädigung bei Verspätungen oder Ausfällen von Flügen und Bahnfahrten. Rund 400 Verkehrsunternehmen beteiligen sich an dem Schlichtungsverfahren, das sie selbst finanzieren.

"Mit dem Einstieg in die Reiseschlichtung kommen wir dem Ziel näher, Lösungen für bestehende Streitigkeiten im gesamten Bereich Reisen und Verkehr anzubieten", sagte Klewe. "Es wird vermutlich jedoch noch eine Zeit dauern, bis auch die Reiseveranstalter sich zu einer Teilnahme am Schlichtungsverfahren entschließen."
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