Ryanair | Vereinigung Cockpit

Deutsche Piloten begehren auf

Die deutschen Cockpit-Crews von Ryanair sind überwiegend bei Fremdfirmen angestellt.
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Die deutschen Cockpit-Crews von Ryanair sind überwiegend bei Fremdfirmen angestellt.

Mittels einer neu gegründeten sogenannten Tarifkommission wollen deutsche Piloten ihre Position bei Ryanair stärken. Der Billigflieger beschäftigt in Deutschland die meisten seiner Crews über Fremdfirmen.

Die Piloten-Gewerkschaft Vereinigung Cockpit will beim Billigflieger Ryanair über die Arbeitsbedingungen verhandeln. Sie wirft der Airline vor, Piloten in atypischen Verhältnissen zu beschäftigen und spricht von „zwielichtigen Methoden“. Ryanair will sich das nicht gefallen lassen und schießt zurück. Die Vereinigung Cockpit erhebe „falsche Behauptungen“ und veröffentliche „irreführende Pressemitteilungen“, hieß es in Dublin.

Die Gewerkschaft teilte mit, sie habe eine Tarifkommission aus deutschen Piloten und Co-Piloten der irischen Gesellschaft gegründet. Ziel seien angemessene Arbeitsverträge statt atypischer Beschäftigung, erklärte die Kommission in Frankfurt am Main.

„Die Gründung der Ryanair-Tarifkommission zeigt deutlich, dass sich die Piloten der Airline die zwielichtigen Methoden ihres Arbeitgebers nicht länger gefallen lassen und von nun an geschlossen für ihre Rechte als Arbeitnehmer gegenüber dem Unternehmen auftreten werden“, erklärte VC-Präsident Ilja Schulz. Ryanair-Piloten müssten ihre Wünsche und Sorgen hinsichtlich Arbeitsbedingungen und Gehalt ohne Angst vor Benachteiligung gegenüber dem Management vertreten können.

Ryanair hat Vorwürfe zu schlechten Arbeitsbedingungen ihres fliegenden Personals stets zurückgewiesen und reagierte scharf. „Bei Ryanair schenken wir falschen Behauptungen von Piloten-Gewerkschaften der Lufthansa nicht die geringste Aufmerksamkeit“, teilte Personalchef Eddie Wilson mit. Man werde sich auch nicht mit „irgendwelchen Komitees“ treffen. Die Ryanair-Crews an den neun deutschen Standorten der Fluggesellschaft könnten jederzeit über die lokalen Betriebsräte verhandeln, teilte die Airline mit.

Wegen des internationalisierten Arbeitsmarktes brauche man attraktive Arbeitsbedingungen, damit überhaupt genug Personal rekrutiert werden könne. Man zahle auch sämtliche Sozialabgaben. Ryanair verweist bei Gehaltsfragen auf interne Fünfjahres-Abkommen mit der Belegschaft, hat bislang aber keine Tarifverträge mit Gewerkschaften abgeschlossen. Rund ein Drittel der Kapitäne und etwa 80 Prozent der Co-Piloten sind bei Ryanair über Fremdfirmen beschäftigt. (dpa)

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