Russische Pleite-Airline

Vim-Avia-Manager festgenommen

Vim-Avia setzt eine rein westliche Flotte ein, beispielsweise solche Boeing-Jets.
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Vim-Avia setzt eine rein westliche Flotte ein, beispielsweise solche Boeing-Jets.

Bei Ermittlungen zur drohenden Pleite der russischen Fluggesellschaft Vim-Avia hat die Polizei zwei ranghohe Manager festgenommen.

Gegen Generaldirektor Alexander Kotschnew und Chefbuchhalterin Jekaterina Pantelejewa werde wegen Veruntreuung ermittelt, teilten die Behörden in Moskau mit. Nach den Besitzern der Airline, dem Ehepaar Raschid und Swetlana Mursekajew, werde gefahndet. Sie hätten sich aber ins Ausland abgesetzt, sagte eine Sprecherin des Ermittlungskomitees der Agentur Interfax.

Vim-Avia gehört zu den zehn größten Fluggesellschaften in Russland. Das 2002 gegründete Unternehmen ist vor allem auf Charterflüge spezialisiert. In den vergangenen Tagen waren massive Finanzprobleme bekannt geworden. Deswegen strandeten Zehntausende russische Touristen an ihren Urlaubsorten in der Türkei, Griechenland, Italien und Spanien.

Der Airline droht Berichten zufolge nun die Pleite. Demnach fehlen Vim-Avia rund sieben Milliarden Rubel (etwa 100 Mio. Euro).

Kremlchef Wladimir Putin ging die Regierung am Mittwoch ungewöhnlich scharf an. Verkehrsminister Maxim Sokolow und Vizeregierungschef Arkadi Dworkowitsch wies er an, den Fall rasch zu klären. Sokolow drohte er: „Wenn Sie mit dieser Situation schnell und effizient fertig werden, denken (Regierungschef) Dmitri Anatoljewitsch (Medwedew) und ich darüber nach, wie wir mit dieser Inkompetenz umgehen. Wenn Sie nicht damit fertig werden, denken wir ebenfalls nach.“ Dworkowitsch warf er vor, dem Fall nicht genug Aufmerksamkeit gewidmet zu haben. „Vielleicht sind Sie überlastet?“, sagte Putin der Agentur Ria Nowosti zufolge. (dpa)

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