Rechtsbruch

Elf faule Bahn-Beraterverträge entdeckt

In der Berateraffäre bei der Deutschen Bahn haben externe Ermittler in insgesamt elf Fällen Verstöße gegen das Aktienrecht festgestellt.

Dies erfuhr die dpa nun aus Aufsichtsratskreisen. Zwei Fälle betreffen demnach die Deutsche Bahn AG, neun Tochterunternehmen. Zuvor hatte die "Süddeutsche Zeitung" darüber berichtet. Die Zeitung schreibt von 13 Verträgen. Ein DB-Sprecher wollte sich nicht äußern und verwies auf die Sitzung des Aufsichtsrats am 18. September.

Bei den Fällen geht es vor allem darum, dass Ex-Vorstände vom Management nach dem Ausscheiden Beraterverträge bekommen haben, ohne die Zustimmung des Aufsichtsrats einzuholen. Das aber sieht das Aktienrecht vor.

Die externen Ermittler haben demnach Beraterverträge über einen Zeitraum von fast zehn Jahren unter die Lupe genommen. Dabei geht es um ein Gesamtvolumen von etwa 11 Mio. Euro.

Der internen Revision waren die Verträge mit ehemaligen Managern aufgefallen. So soll ein früheres Vorstandsmitglied nach einer Abfindung in Millionenhöhe noch Hunderttausende Euro als Beratungshonorar erhalten haben. Es sei dafür aber eine "marktübliche Leistung" erbracht worden, hieß es am Dienstag in Aufsichtsratskreisen. Bei anderen früheren Führungskräften geht es früheren Angaben zufolge um vier- und fünfstellige Honorare. Untersucht wurde jeweils, ob die Manager eine angemessen Gegenleistung erbracht haben. Namen hatte das Unternehmen nicht genannt.

Die fraglichen Verträge stammen aus den Jahren 2010 bis 2018. Sie fallen damit größtenteils in die Amtszeit des früheren Bahnchefs Rüdiger Grube und seines Finanzvorstands Richard Lutz. Lutz übernahm nach Grubes Rücktritt Anfang 2017 die Führung des bundeseigenen Konzerns.
1 Kommentar
  1. Luke
    Erstellt 13. September 2019 09:51 | Permanent-Link

    Nicht aufregen ! Diese Fake „Berater“ Verträge sind clean. Es ist verfassungsrechtlich vorgeschrieben, dass (Staats) Konzerne, Ministerien und Landesregierungen das Geld der Bürger an diese „Beraterbanden“ weiterleiten. Und scheinbar ist das für die Bürger ok. Ich sehe jedenfalls nirgends Widerstand und Krach ... Tja. „Berater“ müsste man sein...

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