Insolvenzantrag nach Chapter Eleven

US-Autovermieter Hertz ist zahlungsunfähig

Hertz-Schalter am Flughafen Frankfurt
Hertz
Hertz-Schalter am Flughafen Frankfurt

Als Ursache für seine Insolvenz nennt Hertz das coronabedingte Ende des Reise- und Flugbetriebs. Auch die wichtigen Flughafen-Stationen des der US-Autovermieters verdienten damit praktisch kein Geld mehr.

Konsequenz sei nun die Zahlungsunfähigkeit des in Florida ansässigen Unternehmens, heißt es. Das europäische Geschäft sei davon nicht betroffen.

Der Umsatzrückgang sei "plötzlich und dramatisch". Die Geschäfte sollen trotz der Pleite weitergeführt werden. Auch seien die Operationen des Autovermieters in Europa, Australien oder Neuseeland von dem Insolvenzantrag nicht betroffen.

Der Insolvenzantrag nach dem sogenannten Chapter Eleven gelte für die USA und für Kanada. Bei Chapter Eleven handelt es sich um eine "beaufsichtigte Insolvenz", das heißt, es wird eine Sanierung oder Reorganisation des Unternehmens angestrebt.

In einer Mitteilung heißt es, dass das Unternehmen bereits im März Umstrukturierungen eingeleitet habe, um die Auswirkungen von Corona auf das Geschäft möglichst zu minimieren. Dazu gehörte die Entlassung oder Beurlaubung von weltweit 20.000 Mitarbeitern. Das sind etwa 50 Prozent der gesamten Belegschaft. Auch die Flotte soll deutlich verkleinert werden.

Sowohl gegenüber den Lieferanten als auch gegenüber den Kunden wolle man auch im Insolvenzverfahren seinen Verpflichtungen wie gewohnt nachkommen. Auch an den Treueprogrammen soll sich nichts ändern.

Hertz gilt neben Enterprise, Europcar, Avis und Sixt als einer der größten Autovermieter weltweit. Weitere Marken des Unternehmens sind Dollar und Thrifty. Vor der Insolvenz habe man noch vergeblich versucht, sich mit den Gläubigern auf eine langfristige Reduzierung der Schulden zu einigen und die US-Regierung um Hilfe zu bitten.

Seit der Zuspitzung der Coronavirus-Pandemie in den USA im März haben bereits mehr als 38 Mio. Menschen ihren Job verloren – so viele wie nie zuvor in einem solch kurzen Zeitraum. Dem Land droht eine schwere Wirtschaftskrise.

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2.
Lutz Schmidt Moderator
Erstellt 25. Mai 2020 08:54 | Permanent-Link

Wir haben gerade "Pleite" durch "zahlungsunfähig" ersetzt. In der Tat bietet das Insolvenzverfahren unter dem US-amerikanischen "Chapter Eleven" gute Voraussetzungen zur Fortsetzung des Betriebs – insbesondere auf Kosten der Anteilseigner des Unternehmens.
fvw Redaktion

1.
Dirk Oesterling
Erstellt 25. Mai 2020 08:12 | Permanent-Link

"Pleite" ist einfach nicht das richtige Wort. In Deutschland würde man sagen Insolvenzverfahren. Sie schreiben ja auch nicht, dass Condor "Pleite" ist.
Der Betrieb von Hertz in den USA läuft erstmal weiter.

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