Piloten-Streik bei Lufthansa

Fast jeder zweite Flug entfällt

An der Heimatbasis von Lufthansa in Frankfurt drohen besonders viele Flüge am Mittwoch auszufallen.
DLH
An der Heimatbasis von Lufthansa in Frankfurt drohen besonders viele Flüge am Mittwoch auszufallen.

Bei der Lufthansa wird schon wieder gestreikt. Auf den überschaubaren Flugbegleiter-Streik bei der Tochter Eurowings folgt am Mittwoch ein massiver Ausstand der Piloten bei der Kernmarke.

Dem Piloten-Streik bei der Lufthansa fällt am Mittwoch fast jeder zweite Flug der Marke Lufthansa zum Opfer. Von den 876 streikbedingt gestrichenen Flügen seien 51 Fernflüge. Davon seien rund 100.000 Passagiere betroffen, teilte die Lufthansa mit. Insgesamt kommt die Marke Lufthansa auf rund 1800 Flüge pro Tag. „2124 von rund 3000 geplanten Flügen der Lufthansa Group finden statt“, heißt es in der Mitteilung. Darin sind allerdings auch Flüge von Konzerngesellschaften enthalten, die nicht bestreikt werden, wie zum Beispiel Brussels Airlines, Swiss oder Austrian.

Die LH-Piloten verlangen Tariferhöhungen von zusammen 22 Prozent für einen Zeitraum von fünf Jahren bis zum nächsten April. Die Piloten-Gewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) hatte am vorigen Mittwoch erneut den Vorschlag des Unternehmens abgelehnt, in eine Schlichtung zu den offenen Gehaltsverhandlungen einzusteigen. Auch andere Tarifthemen wie die Übergangsrenten sind nach wie vor ungelöst. Der vorherige Tarifvertrag ist Ende April 2012 ausgelaufen, wirkt aber mit unveränderten Tarifgehältern fort.

„Lufthansa entschuldigt sich bei allen ihren Kunden, die von diesem Streik betroffen sind“, heißt es in der Mitteilung weiter. Ein Sonderflugplan für den Streikzeitraum wurde am Mittag auf der Website LH.com aktiviert. „Lufthansa arbeitet mit allen Kräften daran, Kunden bestmöglich zu informieren und sie, wenn möglich, auf andere Airlines oder Verkehrsmittel umzubuchen.“

Die VC bezifferte die von ihr verlangte jährliche Tarifsteigerung auf 3,66 Prozent. Diese Forderung liege unter den meisten Lohnforderungen anderer Gewerkschaften im vergleichbaren Zeitraum. „Die Lufthansa weist seit Jahren sehr gute Zahlen aus. Nach dem Rekordergebnis im vergangenen Geschäftsjahr steuert der Konzern 2016 erneut auf ein hervorragendes Ergebnis zu. Dass der Konzernvorstand und der Aufsichtsrat dies genauso sehen, lässt sich an der Grundgehaltserhöhung des Vorstandes von bis zu 30 Prozent und der noch stärkeren Erhöhung der Aufsichtsratsbezüge in den vergangenen Jahren ablesen“, erklärte VC-Vorstandsmitglied Jörg Handwerg.

Lufthansa hat nach eigenen Angaben ein Lohnplus von 2,5 Prozent für den 20 Monate längeren Zeitraum bis Ende 2018 angeboten. Das Unternehmen hatte vorige Woche versucht, den drohenden Piloten-Streik mit einer Schlichtung in letzter Minute abzuwenden. Neben der Gehaltsfrage sind auch andere Tarifthemen wie die Betriebsrenten und die Übergangsversorgung nach wie vor ungelöst. (dpa)

Die Kommentare für diesen Artikel sind geschlossen.

Fachmedien und Mittelstand Digital Logo
Nutzungsbasierte Onlinewerbung
stats