Oldtimer-Flüge

Schweiz verhängt Flugverbot für Ju-52

Ju-Air hat noch zwei Maschinen des Typs Junker Ju-52. Die sollen im kommenden Frühjahr wieder abheben.
Markus Kress/Wikimedia, CC BY-SA 3.0
Ju-Air hat noch zwei Maschinen des Typs Junker Ju-52. Die sollen im kommenden Frühjahr wieder abheben.

Ju-Air darf mit seinen Oldtimer-Flugzeugen in der Schweiz vorerst nicht mehr abheben. Bei der Untersuchung einer abgestürzten Junkers seien „schwerwiegende strukturelle Schäden“ gefunden worden, meldet die Luftfahrtbehörde.

Knapp vier Monate nach dem Absturz eines Oldtimer-Flugzeugs vom Typ Ju-52 in der Schweiz haben die Behörden ein vorläufiges Flugverbot für die beiden anderen Junkers-Maschinen der Ju-Air verhängt. Die Untersuchung des Wracks durch die Schweizerische Sicherheitsuntersuchungsstelle habe schwerwiegende strukturelle Schäden in Form von Rissen und Korrosion im Bereich der Flügelholme ergeben, teilte das Bundesamt für Zivilluftfahrt (BAZL) mit. „Diese konnten bei normalen Wartungsarbeiten und Inspektionen nicht festgestellt werden.“

Die Schäden stünden nach aktuellem Kenntnisstand aber in keinem Zusammenhang mit dem Absturz vom 4. August. Bei dem Unglück waren 17 Passagiere und drei Besatzungsmitglieder ums Leben gekommen. Die Risse und der Rost waren laut Mitteilung am Hauptholm, dem tragenden Element des Flugzeugflügels, und weiteren Teilen des Flugzeuges gefunden worden. Die beiden noch verbliebenen Junkers-Maschinen in Dübendorf bei Zürich dürften erst wieder starten, wenn ähnliche Schäden ausgeschlossen seien, hieß es.

Wie die Ju-Air mitteilt, befinden sich die beiden betroffenen Flugzeuge nach Abschluss des Sommerflugbetriebs ohnehin in Dübendorf zur umfassenden Jahreswartung. „Es ist vorgesehen, den Flugbetrieb der Ju-Air wie geplant im Frühling 2019 wieder aufzunehmen“, so die Airline.

Als Konsequenz aus dem Absturz waren bereits zur Wiederaufnahme des Flugbetriebs im August mehrere Auflagen zu erfüllen. So war es Passagieren nicht mehr erlaubt, sich nach dem Start frei in der Propellermaschine zu bewegen und sich auch im Cockpit aufzuhalten. Außerdem mussten die rund 80 Jahre alten Flugzeuge ein GPS-Gerät an Bord haben, mit dem die auf 300 Meter erhöhte Mindestflughöhe überprüft werden kann. Vor dem Unglück hatten die robusten Maschinen Jahrzehnte lang selbst längere Flüge ohne Zwischenfall absolviert. (dpa)

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