Neuzulassung verzögert sich

FAA identifiziert weiteres Problem bei B-737max

Beim Rollout der B-737max9 war für Boeing die Welt noch in Ordnung. Mittlerweile sind die Jets der B-737max-Baureihe schon seit Monaten aus Sicherheitsgründen gegroundet.
The Boeing Company
Beim Rollout der B-737max9 war für Boeing die Welt noch in Ordnung. Mittlerweile sind die Jets der B-737max-Baureihe schon seit Monaten aus Sicherheitsgründen gegroundet.

Die schlechten Nachrichten für den US-Flugzeug-Hersteller Boeing reißen nicht ab: Für eine Wiederzulassung der Unglücksjets der Baureihe B-737max müssen zusätzliche Auflagen erfüllt werden. Grund ist ein mögliches Risiko, das die US-Aufsichtsbehörde FAA entdeckt hat.

Die US-Luftfahrtbehörde FAA hat nach eigenen Angaben ein mögliches Risiko bei Boeings Krisenfliegern der Baureihe B-737max gefunden. Das Problem müsse behoben werden, bevor das Flugverbot für die Maschinen aufgehoben werden könne, teilte die FAA am Mittwoch in Washington mit. Konkretere Angaben machte die Behörde nicht. Boeing erklärte in einem Statement, dass die FAA beim Wiederzulassungsprozess der B-737max zusätzliche Anforderungen stellen würde und das Unternehmen den Flugzeugtyp erst zur Zertifizierung anbieten werde, wenn diese erfüllt seien.

Die B-737max-Serie muss nach zwei Abstürzen mit insgesamt 346 Toten seit Mitte März am Boden bleiben. Eine umstrittene Fluglage-Software von Boeing steht nach ersten Unfallberichten als mögliche Unglücksursache im Verdacht. Ob das nun von der FAA identifizierte Problem im Zusammenhang damit steht, blieb in der Mitteilung der Behörde unklar. Boeing zufolge geht es um Auflagen, die im Rahmen der seit Monaten laufenden Software-Aktualisierung erfüllt werden sollen. Der Konzern sei mit den neuen Anforderungen der FAA einverstanden und arbeite daran, sie zu erfüllen.

Das neue Problem könnte die von Boeing herbeigesehnte Wiederzulassung der B-737max weiter verzögern. Die FAA betonte, hierbei keinen vorgeschriebenen Zeitplan zu verfolgen. Jüngst war bereits vermutet worden, dass sich das Prüfverfahren noch Monate hinziehen könnte. Für Boeing und die betroffenen Airlines ist der Flugstopp eine starke finanzielle Belastung, wie die Geschäftsberichte für das erste Quartal bereits zeigten. Allerdings steht Boeing selbst massiv in der Kritik – unter anderem wegen des Vorwurfs, die Entwicklung des neuen Flugzeugmodells wegen hohen Konkurrenzdrucks überstürzt zu haben.

Ob bei der ursprünglichen Zertifizierung der Unglücksflieger alles mit rechten Dingen zuging, ist zudem Gegenstand einer Untersuchung der US-Behörden. Im Zuge der Aufklärung der Abstürze am 29. Oktober 2018 in Indonesien und am 10. März in Äthiopien räumte Boeing auch ein, bereits rund ein Jahr vor dem ersten Unglück von einem Problem der B-737max gewusst zu haben. Obwohl bereits einige Monate nach Auslieferungsbeginn der Baureihe im Mai 2017 festgestellt wurde, dass etwas mit dem Warnsystem in den Cockpits nicht stimmte, wurde die FAA erst nach dem ersten Absturz im Herbst vergangenen Jahres informiert.

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  1. Andreas W. Schulz
    Erstellt 27. Juni 2019 15:16 | Permanent-Link

    Boeing muss ernsthaft aufpassen, nicht in eine dauerhafte Vertrauenenskrise bei den zukünftigen B737Max-Fluggästen zu rutschen (siehe auch jüngste GBTA/Financial Times Umfrage bei Travelmanagern). Was der Hersteller bisher hier präsentiert hat, ist alles andere als vertrauensbildend und hinterläßt gegenwärtig (siehe jüngstes FAA Statement) kein professionelles Bild, wie man es von Boeing erwarten kann.

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