Neuer Flugzeugtyp

Chinas C-919 hebt erstmals ab

168 Passagiere soll die C-919 über gut 4000 Kilometer befördern können.
Comac
168 Passagiere soll die C-919 über gut 4000 Kilometer befördern können.

Der Wettbewerb im Segment der mittelgroßen Passagierjets wird stärker. China fordert mit einem neuen Zweistrahler Airbus und Boeing heraus.

China kann Raumschiffe ins All schießen, ist Marktführer bei Elektroautos und hat das Land in Rekordzeit mit einem dichten Netz von Hochgeschwindigkeitszügen überzogen. Nur beim Bau von Passagierflugzeugen tat sich die nach technischem Fortschritt lechzende Volksrepublik bislang schwer.

Doch auch das ändert sich. Nach mehrjähriger Verzögerung hob mit der C-919 nun in Schanghai die große Hoffnung des chinesischen Flugzeugprogramms zu ihrem Jungfernflug ab. Nachdem der staatliche Hersteller Comac im vergangenen Jahr mit dem kleinen Regionaljet ARJ-21 loslegte, folgt mit der C-919 nun der erste große Mittelstreckenflieger aus chinesischer Fertigung.

Der staatliche Flugzeug-Hersteller Comac will mit dem Jet, der über 168 Sitzplätze und eine Reichweite von 4075 Kilometern verfügt, der bislang übermächtigen US-amerikanischen und europäischen Konkurrenz Marktanteile abnehmen. Der Mittelstrecken-Jet mit einem Gang zwischen den Sitzreihen zielt auf das absatzstärkste Flugzeugsegment ab, das bisher von Airbus (A-320-Familie) und Boeing (B-737-Familie) beherrscht wird.

Luftfahrtexperten rechnen damit, dass noch mindestens zwei bis drei Jahre vergehen werden, bevor die Maschine alle Tests abgeschlossen hat. Ursprünglich sollte die C-919 bereits im vergangenen Jahr auf den Markt kommen, der Erstflug hatte sich aber immer wieder verzögert.

Laut Schätzungen könnte China als zweitgrößte Volkswirtschaft bereits bis 2024 die USA als das Land mit dem weltweit höchsten Passagieraufkommen ablösen. 570 Bestellungen von 23 Kunden liegen für die neu entwickelte C-919 nach Angaben des Flugzeug-Herstellers bereits vor. (LS/dpa)

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