Öko-Fluggesellschaft

Newcomer Green Airlines will ab Karlsruhe fliegen

Mit einer Maschine von Alsie Express hebt Green Airlines ab.
Alsingeren
Mit einer Maschine von Alsie Express hebt Green Airlines ab.

Am 31. Oktober will die neue Airline mit zwei Routen ab Karlsruhe/Baden-Baden loslegen: nach Hamburg und Berlin. In Kürze folgen sollen Dienste nach Paderborn, Dresden, Friedrichshafen, Rostock, Zürich, Wien und Sylt.

Mit dem Abschied von Easyjet aus dem innerdeutschen Flugverkehr wird Platz frei für neue Fluggesellschaften, die diese Lücke wieder stopfen wollen. Als erstes will Green Airlines am 31. Oktober loslegen – mit Flügen von Karlsruhe/Baden-Baden nach Hamburg und Berlin.

Wie es heißt, ist als zweite Basis derzeit Paderborn/Lippstadt in der Projektierungsphase. Das Streckennetz soll rasch auf weitere Ziele ausgedehnt werden. In Planung seien Dresden, Friedrichshafen, Rostock, Zürich, Wien und Sylt.

Ziel der neuen Fluggesellschaft sei es, zwei Aspekte miteinander zu verbinden: den Klimaschutz sowie die Anbindung von Regionen untereinander und an Metropolen. Wichtigste Zielgruppe seien Geschäftsreisende und Firmenkunden.

Ihnen wolle man ein Full-Service-Paket bieten: Der Preis umfasst Gepäck, An- und Abreise sowie Verpflegung. Zudem könnten die Firmen übertragbare Mehrflugkarten erwerben. Für Pendler seien persönliche Dauerkarten im Angebot.

"Klimafreundlicher als die Bahn"

Bereits mit dem Kauf des Flugscheins kompensiere Green Airlines den Ausstoß von Kohlendioxid. Zusammen mit viele weitere Klima- und Umweltschutzmaßnahmen sei Fliegen damit in Zukunft klimafreundlicher als Bahnfahren, sagt Daniel Sander, Mitbegründer der Airline.

Zur Umweltfreundlichkeit der Fluggesellschaft trage aber auch das gewählte Fluggerät bei: Die von der dänischen Air Alsie geliehene Turborporp ATR 72-500 verbrauche durch ihre Antriebstechnik deutlich weniger Kerosin als die Großmaschinen von Lufthansa und Eurowings. Zudem könne man mit den 64-Sitzern schneller eine gute Auslastung erzielen als mit Flugzeugen, die mehr als 100 Passagieren Platz böten.

Geld für Waldaufforstung

Teile des Flugpreises will Green Airlines zudem in Umweltprojekte investieren. Dazu gehören regionale Aufforstungsprojekte, Baumkäufe, Baumpatenschaften sowie weitere Pflanz- und Renaturierungsprojekte. Auch über Projekte aus den Bereichen Solar, Wind und Biogas werde nachgedacht.

Für die Verpflegung an Bord, die auf Wunsch auch vegan angeboten wird, soll auf regionale Produkte zurückgegriffen werden. Gefördert würden auch Bienenprojekte und die Reduktion von Abfall. Angestrebt werde schließlich, das Besteck an Bord aus recyceltem Holz anzufertigen.

Bis zu drei Flüge täglich

Green Airlines will bis zu dreimal täglich abheben, im Tagesrand sowie zusätzlich mittags. Wegen des intensiven Geschäftsverkehrs zwischen dem Oberrhein-Gebiet auf der einen und Hamburg und Berlin auf der anderen Seite glaubt Sander an eine nahezu 100-prozentige Auslastung der Maschinen.

Im Flugpreis inkludiert soll die umweltfreundliche An- und Abreise zum und vom Flughafen sein – per Car Sharing oder Nahverkehr.

Der 47-jährige Betriebswirt Sander hat Green Airlines gemeinsam mit Stefan Auwetter gegründet, der sich auf der Homepage als Spezialist für Informationstechnik, digitale Prozesse & Automatisierung bezeichnet.
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