Nach Sicherheitspanne

Drei Sicherheitsleute am Flughafen München von Aufgaben entbunden

In München hob am Wochenende vorübergehend kein Flieger ab.
Flughafen München GmbH/Hennies Werner
In München hob am Wochenende vorübergehend kein Flieger ab.

Die Sicherheitspanne am Flughafen München hat nun auch personelle Konsequenzen. Drei Mitarbeiter der Sicherheitsfirma wurden von ihren Aufgaben freigestellt. Zudem wurde bekannt, dass die Frau, die das Chaos verursachte, noch vor der Räumung abflog.

Wegen der folgenschweren Panne am Flughafen München sind drei Mitarbeiter der Sicherheitsfirma von ihren Aufgaben entbunden worden. Das teilte die Regierung Oberbayern mit, die für die Sicherheitskontrollen verantwortlich ist. Über mögliche weitere Konsequenzen werde nach Abschluss der Prüfungen des Vorfalls entschieden, sagte eine Sprecherin.

Am Samstagmorgen war eine Frau durch eine Sicherheitsschleuse gegangen, ohne vorher kontrolliert worden zu sein. Daraufhin räumte die Bundespolizei zwei Abflughallen. Etwa 330 Flüge fielen aus, etliche waren verspätet. Zehntausende Reisende konnten entweder gar nicht oder nur stark verspätet in den Urlaub starten.

Den Angaben nach war die zuständige Kontrollkraft der staatseigenen Sicherheitsgesellschaft am Flughafen München (SGM) durch ein Gespräch mit Kollegen abgelenkt. In diesem Moment sei die Passagierin unkontrolliert durch die Schleuse gegangen. Eine andere Sicherheitskraft habe den Fauxpas bemerkt und Kollegen gebeten, die Reisende zurückzuholen.

Weil diese aber nicht mehr auffindbar gewesen sei, informierte der Sicherheitsdienst eine Viertelstunde später einen Vorgesetzten. Dieser wiederum alarmierte den Angaben zufolge die Bezirksregierung. Die Behörde habe dann der Bundespolizei Bescheid gegeben. Daraufhin ordneten die Beamten an, Terminal 2 und das dazugehörige sogenannte Satelliten-Terminal zu räumen.

Unterdessen wurde bekannt, dass die Verursacherin des Flughafenchaos bei der Räumung schon im Flieger saß. Die 40-Jährige hatte den Flughafen vor dem Abfertigungsstopp mit einem Flugzeug verlassen, wie die zuständige Regierung von Oberbayern mitteilte. Nähere Angaben zu der Frau und ihrem Ziel machte die Pressesprecherin nicht. „Die Passagierin konnte durch Auswertung der Bordkartenleser ermittelt werden“, teilte die Regierung mit. Der Zeitpunkt der Bordkartenkontrolle sei über die Kameraaufzeichnungen festgestellt worden.

Dass die Frau schon am Samstagmorgen abgeflogen war, sei aber erst nach aufwendigen Recherchen um 15.30 Uhr ermittelt worden. „Aus derzeitiger, vorläufiger Sicht sehen wir insbesondere keinen Raum für ein strafrechtliches Vorgehen gegenüber der Passagierin“, so die Sprecherin. Die Prüfung sei aber noch nicht endgültig abgeschlossen. (dpa)

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