Nach Piloten-Streik im Frühjahr

SAS bleibt von Regresspflicht verschont

SAS muss von einem tagelangen Piloten-Streik betroffene Fluggäste nicht entschädigen.

Das teilt die schwedische Allgemeine Beschwerdekammer (ARN) nun nach der Prüfung eines Einzelfalls mit. Man sei zu der Einschätzung gelangt, dass der Piloten-Streik im Frühjahr ein außergewöhnlicher Vorgang gewesen sei, der außerhalb der Kontrolle der Airline gelegen habe. Währenddessen habe die Fluggesellschaft bewiesen, dass sie alles Notwendige unternommen habe, um den Streik und den Flugausfall abzuwenden.

Der Piloten-Streik bei SAS hatte Ende April und Anfang Mai sieben Tage lang große Teile des Flugverkehrs in Skandinavien lahmgelegt. Den Piloten ging es dabei um mehr Gehalt und bessere Planbarkeit ihrer Arbeitszeiten. Rund 4000 SAS-Flüge fielen aus, insgesamt mehr als 380.000 Passagiere waren davon betroffen, darunter auch auf Verbindungen nach Deutschland. Der Streik endete nach zähen Schlichtungsgesprächen mit einer Tarifvereinbarung.

Im konkreten Fall prüfte die schwedische Kammer eine Beschwerde zu einem Flug zwischen Stockholm und Alicante. SAS konnte die Reisenden nicht umbuchen, weshalb diese sich Tickets für den Flug einer anderen Gesellschaft besorgten. SAS erstattete dafür die Kosten. Darüber hinaus wollten die Betroffenen Entschädigung laut der EU-Verordnung erhalten, wonach sie je nach Flug zwischen 250 und 600 Euro erhalten könnten. Der jetzige Beschluss dürfte wegweisend für andere Beschwerden sein.

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