Moskau

Ermittler untersuchen Wrack nach Flugzeug-Brand

37 Menschen haben die Brandkatastrophe nach einer Notlandung ihres Flugzeugs auf dem Moskauer Airport Scheremetjewo überlebt. Die Ermittler werten nun die Flugschreiber aus und gehen möglichen Ursachen nach. Auch der Pilot äußerte sich bereits zu den Umständen des Unglücks.

Nach der Flugzeugkatastrophe in Moskau gehen die Ermittler verschiedenen möglichen Ursachen für das Unglück mit 41 Toten nach. Untersucht werde, ob die Piloten und das technische Personal ausreichend qualifiziert gewesen seien, teilte das staatliche Ermittlungskomitee in Moskau mit. Untersucht würden auch mögliche technische Ursachen an dem Suchoi Superjet-100 sowie Wettereinflüsse. Überlebende Passagiere hatten von einem Blitzeinschlag berichtet. Danach seien Teile der Technik an Bord ausgefallen, hieß es. Die Maschine der Gesellschaft Aeroflot geriet nach einer Bruchlandung in Brand.

Viele Menschen wurden wegen Verbrennungen, Rauchvergiftungen und Brüchen in Krankenhäuser gebracht, wie Rettungskräfte berichteten. Gesundheitsministerin Veronika Skworzowa sagte, dass viele Überlebende unter Schock stünden. Psychologen kümmerten sich auch um die Hinterbliebenen, sagte sie. Das Unternehmen Aeroflot veröffentlichte eine Liste der 33 überlebenden Passagiere auf seiner Internetseite. Es überlebten auch vier Besatzungsmitglieder. Insgesamt waren demnach 78 Menschen an Bord. Je Todesopfer will Aeroflot 5 Mio. Rubel (rund 69.000 Euro) an die Hinterbliebenen zahlen.

Der Jet war am Sonntagabend kurz nach dem Start wegen technischer Probleme auf den Flughafen Moskau-Scheremetjewo zurückgekehrt. In russischen Medien sagte der Pilot der Unglücksmaschine, dass nach einem Blitzeinschlag die Funkverbindung zusammengebrochen sei. Er habe den Superjet dann im Havariemodus steuern müssen. Feuer gefangen habe das Flugzeug erst nach der Bruchlandung. Die Geschwindigkeit beim Aufsetzen sei "normal" gewesen, sagte der Pilot. Er wies damit Vermutungen zurück, die Maschine sei mit zu hohem Tempo im Anflug gewesen. Aeroflot hatte ihm eine große Erfahrung bescheinigt.

Beim Landeanflug prallte die Maschine mehrfach auf den Boden und ging in Flammen auf. Nach ersten Erkenntnissen wurde durch das Aufschlagen das Fahrwerk des Flugzeugs zerstört. Teile seien in den Tank geflogen. Weil die Maschine vor dem Flug nach Murmansk im Norden Russlands voll mit Treibstoff gefüllt war, brannten große Mengen Kerosin.

Nachgehen dürften Ermittler auch der Frage, warum – anders als üblich – nicht schon nach Einleiten des Landemanövers Treibstoffmengen abgelassen wurden. Auf Bildern von dem Wrack war zu sehen, dass der Superjet etwa zur Hälfte verkohlt war.

Nach Angaben der russischen Behörden konnten sich 37 Menschen retten, darunter die Piloten. Die Menschen entkamen über Notrutschen und rannten über das Flughafengelände. Unter den Todesopfern waren auch ein zwölfjähriges Mädchen und ein Mitglied der Crew, wie Ministerin Skworzowa sagte.

Bergungskräfte zogen am Montag die letzte Leiche aus dem Wrack. Es war das schwerste Flugzeugunglück auf einem Flughafen der russischen Hauptstadt seit Jahren. Scheremetjewo ist der größte und am besten ausgestattete Airport des Landes.

Die Ermittler hoffen darauf, nach Auswertung der Flugschreiber Klarheit über den Grund der Notlandung zu bekommen. Das kann mehrere Tage dauern. Flugschreiber enthalten unter anderem Aufzeichnungen der Flugdaten und der Cockpitgespräche.

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