Mobilitätsdienstleister

Uber meldet Milliardenverlust

Uber-CEO Dara Khosrowshahi musste fürs erste Quartal 2019 der Börse einen Milliardenverlust mitteilen, bleibt aber zuversichtlich.
Expedia
Uber-CEO Dara Khosrowshahi musste fürs erste Quartal 2019 der Börse einen Milliardenverlust mitteilen, bleibt aber zuversichtlich.

Der Taxi-Schreck Uber hat erstmals seit seinem Börsengang Zahlen vorgelegt. Zum Vorschein kam ein hoher Verlust, der jedoch im Rahmen der Erwartungen lag und Anleger nicht schocken konnte. Ob die Kalifornier jemals die Gewinnzone erreichen, bleibt indes ungewiss.

Der Fahrdienst-Vermittler Uber hat zu Jahresbeginn tiefrote Zahlen geschrieben, aber einen kräftigen Umsatzanstieg verbucht. Im ersten Quartal fiel ein Verlust von einer Milliarde US-Dollar (900 Mio. Euro) an, wie Uber am Donnerstag nach US-Börsenschluss mitteilte. Im entsprechenden Vorjahreszeitraum hatte es noch einen Gewinn von 3,8 Mrd. Dollar gegeben, was allerdings an hohen Sondererlösen durch Verkäufe von Auslandsbeteiligungen lag.

Das operative Geschäft ist chronisch unprofitabel und im vergangenen Quartal drückten hohe Kosten für die Vorbereitung des Börsengangs die Bilanz noch tiefer ins Minus. Uber debütierte vor rund drei Wochen an der New York Stock Exchange, bei der größten Börsenpremiere seit Jahren sammelte das Unternehmen rund 8,1 Mrd. Dollar ein und brachte es auf eine Gesamtbewertung von etwa 82 Mrd. Dollar.

Seitdem hat Uber an der Börse jedoch einen schweren Stand, und die Aktie ist stark unter Druck geraten. Immerhin hat das Unternehmen den Umsatz im Auftaktquartal im Jahresvergleich um ein Fünftel auf 3,1 Mrd. Dollar gesteigert und damit die Prognosen der Analysten leicht übertroffen. Auch der hohe Verlust lag im Rahmen der Markterwartungen.

Uber hatte Investoren vor der Aktienplatzierung gewarnt, möglicherweise nie die Gewinnzone erreichen zu können – das ist allerdings auch ein Standard-Risikohinweis bei Unternehmen, die mit Verlusten an die Börse gehen.

Bei Anlegern kam der Quartalsbericht zunächst gut an, die Aktie legte nachbörslich um fast zwei Prozent zu. Uber könnte Rückenwind gut gebrauchen, der Kurs notierte jüngst rund zehn Prozent unter dem Ausgabepreis und die Aktienplatzierung wird oft als Flop bezeichnet.

Schon das Volumen das Börsengangs hatte wegen unerwartet schwacher Nachfrage nach den Aktien deutlich gestutzt werden müssen, so hatte Uber zunächst eine Gesamtbewertung von 100 Mrd. Dollar angestrebt. Zuvor hatten Banken laut US-Medien sogar mal bis zu 120 Mrd. Dollar in Aussicht gestellt.

Uber dominiert den "Ride Sharing"-Markt für Fahrtenvermittlungen über Smartphone-Apps. Hier flaute das Wachstum jedoch schon deutlich ab. Und Geld wird in diesem Geschäft bislang ohnehin nicht verdient. Auch der Rivale Lyft steckt tief in den roten Zahlen und tut sich an der Börse schwer. Uber betreibt zudem Services etwa für Essenslieferungen und Frachtvermittlung sowie Mietfahrräder. Uber-Chef Dara Khosrowshahi bekräftigte in einer Telefonkonferenz mit Analysten den Kurs, die Firma zur Plattform für alle Arten von Mobilität über die eigenen Fahrdienste hinaus machen zur wollen.

Als Schlüssel zum Profit gelten auf Dauer vor allem Roboterautos, die Fahrer als Kostenfaktor beseitigen. Doch bis dahin ist es noch ein weiter und ungewisser Weg, auch wenn erste Robotaxi-Dienste im Aufbau sind. Sie dürften aber noch auf absehbare Zeit auf wenige Gebiete beschränkt bleiben.

Die Kommentare für diesen Artikel sind geschlossen.

Fachmedien und Mittelstand Digital Logo
Nutzungsbasierte Onlinewerbung
stats