Mobile Kommunikation

Fluggäste überwacht

Wer im Flugzeug telefoniert oder im Internet surft, kann offenbar von US-und britischem Geheimdienst abgehört werden.
Emirates
Wer im Flugzeug telefoniert oder im Internet surft, kann offenbar von US-und britischem Geheimdienst abgehört werden.

Geschäftsreisende aufgepasst: Gespräche und Datenverkehr von Fluggästen können laut einem Bericht der französischen Zeitung „Le Monde“ über den Wolken ausspioniert werden.

Geheimdienste aus den USA und Großbritannien haben laut einem Medienbericht die Smartphones von Passagieren zahlreicher Airlines ins Visier genommen. Wie die französische Tageszeitung „Le Monde“ mit Verweis auf Datenmaterial des US-Computer-Spezialisten Edward Snowden berichtete, sollen der US-Geheimdienst NSA und das britische Pendant GCHQ in der Lage sein, Sprach- und Datenverkehr über den Wolken zu überwachen.

Die Air France, die in dem Bericht explizit genannt wird, wies Informationen der Zeitung im Hinblick auf Telefongespräche von Bord aus zurück: „Sprachkommunkation ist auf Air-France-Flügen nicht möglich“, teilte das Unternehmen der Deutschen Presse-Agentur mit.

Vor neun Jahren sei ein System für Handy-Kommunikation an Bord getestet worden – dieses Vorhaben wurde laut Air France aber nicht weiterverfolgt. Ein geplantes Internet-System werde keine Sprachkommunikation erlauben.

Ein Mobiltelefon könne in der Luft geortet werden, falls es eingeschaltet sei, berichtete die Zeitung. Mit Hilfe von Passagierlisten und der Flugnummer sei es möglich, den Namen des Besitzers herauszufinden. Der britische Geheimdienst Government Communications Headquarters (GCHQ) sei sogar in der Lage, Handys aus der Ferne zu stören und damit den Nutzer zu zwingen, das Gerät mit dem Zugangs-Code neu zu starten. Es gebe Belege, wonach NSA und GCHQ internationale Linienflüge in den Jahren 2011 und 2012 abhorchten.

„Le Monde“ arbeitet nach eigenen Angaben mit der Informationsseite „The Intercept“ zusammen und kann deshalb auf Snowden-Material zurückgreifen.

Viele Airlines lockerten nach ergänzenden Informationen in den vergangenen Jahren ihr Handyverbot für Fluggäste. Die Europäische Agentur für Flugsicherheit (Easa) erlaubt seit Dezember 2013 die Nutzung elektronischer Geräte wie Tablets oder Handys im Flugmodus auch in der Start- und Landephase. British Airways gestattete daraufhin als erste Airline ihren Gästen die Nutzung elektronischer Geräte während des ganzen Fluges. (dpa)

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