Millionenzahlung

Abfindung für Ex-Bahnchef Grube gerät in Kritik

An der Millionen-Abfindung für den damaligen Bahnchef Rüdiger Grube gibt es knapp drei Jahre nach dessen Rücktritt neue Kritik.

Anlass ist ein Bericht des Bundesrechnungshofs, der die Zahlung von 2,25 Mio. Euro unter die Lupe genommen hat. Die Kontrollbehörde hält die Zahlung nach dpa-Informationen für unzulässig. Das "Handelsblatt" berichtete am Dienstag über das Schreiben.

Der FDP-Verkehrspolitiker Christian Jung sprach von einem mysteriösen Vorgang, der nie richtig aufgeklärt worden sei. Der Bundesrechnungshof lege den Finger in die Wunde. Grünen-Haushälter Sven-Christian Kindler warnte: "Die Deutsche Bahn darf kein Selbstbedienungsladen für ehemalige Vorstände sein." Das Bundesverkehrsministerium dürfe sich nicht länger verstecken, sondern müsse das bundeseigene Unternehmen grundlegend umbauen.

Der Rechnungshof vertritt die Auffassung, dass Grube kein Anrecht auf das Geld gehabt habe, weil dieser seinen Vorstandsvertrag einseitig gekündigt habe. Unabhängig davon sei auch die Höhe der Summe nicht gerechtfertigt. Rüdiger Grube war im Januar 2017 im Streit um eine Vertragsverlängerung zurückgetreten.
Das war in der Amtszeit des Bundesverkehrsministers Alexander Dobrindt (CSU). Sein Nachfolger Andreas Scheuer (CSU) kündigte später an, bei Vorstandsverträgen künftig "Maß und Mitte" einzuhalten. Grube betonte hingegen, über die Jahre Anspruch auf die Summe erworben zu haben und kein "Abzocker" zu sein.
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