Mehr Geld für Schienenverkehr

Umweltbundesamt verlangt höhere Ticketsteuer

Zur Reduzierung von Flügen muss nach Einschätzung des Umweltbundesamtes (UBA) das Schienennetz in Deutschland gestärkt werden.

Die beste Alternative zum Fliegen innerhalb Deutschlands und in benachbarte Länder sei der Zug. "Wir wollen daher die Zahl der Flüge durch Verlagerung auf die Schiene reduzieren", teilte UBA-Präsidentin Maria Krautzberger nach der Vorstellung eines UBA-Konzeptes zum nachhaltigen Fliegen mit.

Das Konzept sehe vor, Schienenverbindungen zwischen den Ballungszentren bis 2030 so zu verbessern, dass diese innerhalb von vier Stunden erreichbar seien und Flüge überflüssig würden. "Das gilt auch für viele der kürzeren grenzüberschreitenden Flugverbindungen", sagte Kreuzberger. Von einer leistungsfähigen Schiene profitiere auch der Güterverkehr. So sollten laut UBA bis 2050 schnelle Güterzüge, die auch nachts unterwegs seien, nationale Frachtflüge ersetzen.

Ein erster Schritt, um Umweltauswirkungen des Fliegens zu senken, ist laut Krautzberger zudem die Anpassung der Steuerbeiträge beim Fliegen an Bahn und Auto. Bislang zahle der Luftverkehr nur etwa ein Zehntel dessen, was andere Verkehrsträger an Steuern leisteten. Allein 2017 habe der Staat nach UBA-Informationen auf 8,1 Mrd. Euro durch eine fehlende Kerosinbesteuerung und 4,2 Mrd. Euro durch eine Mehrwertsteuer-Befreiung für grenzüberschreitende Flüge verzichtet.

Deshalb sollte die Luftverkehrssteuer kurzfristig mindestens verdoppelt und bis 2030 so weit erhöht werden, dass die Steuerausfälle ausgeglichen würden. Konkret hieße das nach Berechnungen des UBA, für einen Fernflug müssten dann etwa 150 Euro Ticketsteuer statt bisher 41,49 Euro bezahlt werden.
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