Mehr als 180 Opfer (Update)

Boeing-Jet in Indonesien abgestürzt

Erste geborgene Wrackteile der abgestürzten Lion-Air-Maschine wurden an Land gebracht und sortiert.
imago/Xinhua
Erste geborgene Wrackteile der abgestürzten Lion-Air-Maschine wurden an Land gebracht und sortiert.

Kurz nach dem Start in Jakarta stürzt ein Jet der Lion Air ins Meer. An Bord: mehr als 180 Menschen. Die Hoffnung, Überlebende zu finden, ist gering.

Beim Absturz einer indonesischen Passagiermaschine sind am frühen Morgen vermutlich mehr als 180 Menschen ums Leben gekommen. Die Boeing B-737max8 des Billigfliegers Lion Air stürzte wenige Minuten nach dem Start vom Flughafen der Hauptstadt Jakarta aus zunächst ungeklärter Ursache ins Meer. Sie war auf dem Weg zu der Nachbarinsel Bangka. An Bord waren nach Angaben der nationalen Katastrophenschutz-Behörde mindestens 181 Passagiere sowie sieben Besatzungsmitglieder.

Die B-737max8 war um 6.20 Uhr Ortszeit in Jakarta gestartet. Eine Stunde später wurde sie auf dem Flughafen von Pangkal Pinang erwartet, der größten Stadt der Nachbarinsel Bangka. Die Maschine verschwand nach Angaben der Luftraum-Überwachung jedoch 13 Minuten nach dem Abheben von den Radarschirmen. Nach kurzer Suche wurden dann im Meer die ersten Trümmer entdeckt, etwa 70 Kilometer von Jakarta entfernt.

Die Hoffnung, noch Überlebende zu finden, ist gering. Ein Sprecher der Rettungsdienste, Muhammad Syaugii, sagte: „Wir haben Rettungswesten, Handys und Flugzeugteile entdeckt.“ Vermutet werde, dass das Wrack in einer Tiefe von etwa 35 Metern im Meer liege. Der Sprecher der nationalen Katastrophenschutz-Behörde, Sutopo Purwo Nugroho, veröffentlichte auf seinem Twitter-Konto auch erste Bilder von der Unglücksstelle. Auf dem Wasser ist ein größerer Kerosinteppich zu sehen.

Maschine hatte technische Probleme

Nach Angaben der Rettungsdienste wurde Flug JT-610 zuletzt bei Karawang in der Provinz West-Java geortet. Dort sei auch der Funkkontakt zu dem Jet abgebrochen. (Update) Das Flugzeug war nach Angaben der Behörden erst zwei Monate alt. Die Maschine habe lediglich 800 Flugstunden hinter sich gehabt, sagte der Chef des indonesischen Flugsicherheitskomitees, Soerjanto Tjahjono, im Fernsehsender Kompas TV.

Der Vorstandschef der Fluggesellschaft, Edward Sirait, berichtete am Montag, dass der Pilot der B-737 kurz nach dem Start um Erlaubnis gebeten habe, zum Flughafen Jakarta zurückzukehren. Die Maschine stürzte ins Meer. Dabei kamen vermutlich alle 181 Passagiere und 7 Besatzungsmitglieder ums Leben.

„Unser Pilot hat nach Vorschrift gehandelt“, sagte der Chef der Airline. „Als er gesehen hat, dass es ein Problem gibt, hat er darum gebeten, zur Basis zurückkehren zu dürfen. Aber wir wissen, wie es zu Ende ging.“ Sirait bestätigte, dass die Maschine zuvor schon ein technisches Problem gehabt habe. Dies sei jedoch vor dem Flug am Montag behoben worden. Details nannte er nicht.

Lion Air ist der größte Billigflieger Indonesiens mit seinen mehr als 250 Mio. Einwohnern. Die 1999 gegründete Gesellschaft, die moderne Jets der Hersteller Boeing und Airbus einsetzt, fliegt hauptsächlich Ziele innerhalb des Landes an. Die Flotte umfasst nach Angaben der Fluggesellschaft derzeit 112 Maschinen.

2013 war bereits eine andere B-737 von Lion Air mit mehr als 100 Menschen an Bord beim Landeanflug auf die indonesische Urlauberinsel Bali ins Meer gestürzt. Das Flugzeug brach praktisch auseinander. Damals gab es jedoch keine Todesopfer. (dpa)

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