Lufthansa-Chef

Spohr wehrt sich gegen Monopol-Vorwürfe

Der LH-Vorstandvorsitzende Carsten Spohr erwartet im Januar durch den Markteintritt der Easyjet auf innerdeutschen Linienflügen einen härteren Wettbewerb.
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Der LH-Vorstandvorsitzende Carsten Spohr erwartet im Januar durch den Markteintritt der Easyjet auf innerdeutschen Linienflügen einen härteren Wettbewerb.

Seit der Air-Berlin-Pleite hagelt es Vorwürfe gegen die Lufthansa. Das Kartellamt nimmt die Ticketpreise des deutschen Marktführers unter die Lupe. LH-Chef Carsten Spohr will die Kritiker nun in ihre Schranken weisen.

Lufthansa-Chef Carsten Spohr wehrt sich gegen die Monopolvorwürfe, denen sich der deutsche Marktführer nach der Air-Berlin-Pleite seit Monaten ausgesetzt sieht. „Nein, nicht mal in der Theorie kann es ein Monopol im innerdeutschen Verkehr geben“, sagte Spohr der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“. „Die Bahn und der Fernbus bieten als Wettbewerber immer eine Alternative.“

Außer in China und den USA sei in keinem Land der Platz für mehr als eine Full Service Airline. „Bis August war Deutschland trotzdem eines der Länder mit zweien.“ Spohr wies zudem auf den Start des britischen Billigfliegers Easyjet auf innerdeutschen Strecken Anfang 2018 hin. „Für uns wird das ein härterer Wettbewerber, als Air Berlin es je war.“ Easyjet wird vom 5. Januar an deutlich mehr Flüge zwischen Berlin und Düsseldorf anbieten als angekündigt.

Der insolventen Air-Berlin-Tochter Niki, die Lufthansa eigentlich übernehmen wollte, gibt Spohr als Ganzes keine Chance. Außer der Lufthansa „sehe ich keinen potenziellen Käufer, der die Niki im Ganzen erwirbt und ihren Betrieb nachhaltig finanziert“. Die österreichische Airline hatte vor mehr als einer Woche Insolvenz angemeldet, nachdem die Übernahme durch die Lufthansa wegen Bedenken der EU-Wettbewerbshüter geplatzt war.

Abermals wies Spohr auch Vorwürfe zurück, die Lufthansa habe die Ticketpreise nach der Air-Berlin-Insolvenz in die Höhe getrieben. „Von 140 ehemaligen Air-Berlin-Flugzeugen stehen 90 am Boden. Wir haben nicht genug Flugzeuge, um die Folgen dieser Sondersituation abzufedern.“ Spohr zufolge dürften die Ticketpreise schon im Januar wieder sinken, wenn die Zahl der Flüge erhöht werde – allerdings nicht mehr so kräftig, wie in der Vergangenheit. „Die historischen Tiefstpreise sehen wir hoffentlich nicht mehr, die Flugtickets in Europa sind über Jahre so weit gesunken, dass keine Airline vernünftig davon leben konnte“, sagte Spohr. „Wenn die Taxifahrt zum Flughafen mehr kostet als der Flug selbst, ist Fliegen zu billig.“

Der Chef des Verbraucherzentrale Bundesverbands (vzbv), Klaus Müller, hatte erst kürzlich der Deutschen Presse-Agentur gesagt, derzeit sei „eine deutliche Steigerung der Beschwerden über Ticketpreise“ zu verzeichnen. Niemand fordere, dass Fliegen sehr günstig sei. „Aber es darf eben auch nicht so sein, dass die Lufthansa hier Monopolgewinne abschöpft.“

Nach dem Aus von Air Berlin fehlen Zehntausende angebotene Sitze. Das Kartellamt hatte Ende November eine Prüfung bei der Lufthansa angekündigt. Spohr äußerte sich jetzt zuversichtlich über den Ausgang: Man werde im Zuge der Untersuchung sehen: „Wir nutzen hier keine kurzfristig marktbeherrschende Stellung aus. Ich bin ganz sicher, dass dieses Ergebnis dabei herauskommen wird.“ (dpa)

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