Luftfahrt in der Krise

So reagieren Airlines auf die Grenzschließungen

Auch am Flughafen Amsterdam-Schiphol reduziert sich das Flugaufkommen massiv.
Werner Hinz
Auch am Flughafen Amsterdam-Schiphol reduziert sich das Flugaufkommen massiv.

Weil sich immer mehr Staaten wegen des Coronavirus abriegeln, droht dem Luftverkehr in Europa der Zusammenbruch. Die Airlines in und außerhalb Europas reagieren mit massiven Flugstreichungen und Flugstopps. Ein Überblick.


Aegean
Die griechische Airline setzt ihre internationalen Flüge ab Donnerstag, 26. März, aus. Lediglich  zwischen Athen und Brüssl wird es noch eine geringe Anzahl wöchentlicher Flüge geben. Der interntionale Flugstopp gilt nach Airline-Angaben zunächst bis zum 30. April. Die Inlandsverbindungen hält die griechische Airline zunächst mit verminderter Frequenz aufrecht. Auch einzelne Rückführungsflüge "gestrandeter" grichischer Urlauber plant das Unternehmen.

Air Baltic
Die Airline aus Lettland hat sich einen Flugstopp verordnet. Die Airline setzt vom 17. März bis einschließlich 14. April vorübergehend alle Verbindungen aus. Auch die Air-Baltic-Flüge von Estland und Litauen finden bis zum 17. April nicht statt.

Air Malta Die Airline führt jetzt nur noch Fracht-, Überführungs- und humanitäre Flüge durch. Passagiere, die einen Flug mit Air Malta zu einem späteren Zeitpunkt gebucht haben, können sich wegen einer Erstattung bereits geleisteter Zahlungen an folgende E-Mail-Adresse wenden: refundrequest@airmalta.com. Für Reisende, die bis zum 21. März nach Malta eingereist sind, gilt weiterhin eine 14-tägige Quarantäne-Pflicht.

Air Namibia Der namibische National-Carrier hat alle Flüge von Frankfurt nach Windhuk eingestellt. Der Flugstopp gilt zunächst bis 12. April. Geplante Abflüge bis 12. April können kostenfrei storniert werden. Teilerstattungen für nicht genutzte Flüge sind möglich bei organisierten Reisen via BSP, bei Direktbuchungen sollen sich Kunden an die Reservierungsabteilung von Air Namibia wenden. Umbuchungen auf andere Reisedaten im Kalenderjahr 2020 sind generell möglich.

Albawings Der albanische Billigflieger mit Sitz in Tirana setzt Flüge zwischen Deutschland und Albanien vom 29. März bis zum 7. Juni aus. Die geplanten Erstflüge von Hamburg und Frankfurt werden auf die zweite Juniwoche verschoben. Dann sollen auch die Flüge von Düsseldorf nach Tirana wieder aufgenommen werden. In Düsseldorf feierte Albawings im Juni 2019 ihren Erstflug.

Alitalia Die Airline fordert Passagiere auf, an Bord der Maschinen Atemschutzmasken zu tragen. Sollte ein Abstand von mindestens einem Meter zwischen den einzelnen Passagieren an Bord nicht einzuhalten sein, ist das Tragen einer Schutzmaske Pflicht, so die Airline. Die Fluggesellschaft empfiehlt das Tragen einer Atemschutzmaske zudem auch während des Boarding-Prozesses sowie im jeweiligen Flughafen.

Austrian Airlines Die österreichische LH-Tochter Austrian Airlines verlängert ihren Flugstopp erneut, vorerst nun bis zum 3. Mai. Zuletzt waren alle Flüge bis zum 19. April gestrichen worden. Der vorerst letzte Flug mit der Flugnummer OS-066 landete am 19. März in den Morgenstunden aus Chicago kommend in Wien. Passagiere, die in diesem Zeitraum einen gebuchten Flug haben, werden – sofern möglich –  auf andere Fluggesellschaften umgebucht. Die Lufthansa-Tochter hat alle ihre rund 7000 Mitarbeiter in Kurzarbeit geschickt.

Brussels Airlines Die Lufthansa-Tochter stellt den Flugbetrieb vorübergehend ein. Vom 21. März bis einschließlich 19. April bleiben ihre Flugzeuge am Boden.

Condor Der Ferienflieger streicht aufgrund von Einreiseverboten für deutsche Staatsbürger Flüge in die USA, die Dominikanische Republik, die Türkei und Marokko, teils mit unterschiedlichen Fristen. Das Unternehmen schickt dabei noch Flugzeuge in die Destinationen, um Reisende zurückzuholen.

Czech Airlines (CSA) Die Fluggesellschaft hat ihren Betrieb bis zum 11. April von und nach Prag eingestellt.

Easyjet Die Airline aus Luton hat am 29. März 2020 den vorerst letzten Flug absolviert. Nun sind alle Maschinen am Boden, kommerzielle Flüge finden vorerst nicht mehr statt.

Emirates Gemäß der jüngsten Direktive der Regierung der Vereinigten Arabischen Emirate setzt Emirates vorübergehend seit dem 25. März alle Passagierflüge aus. Betroffene Kunden erhalten auf emirates.com weitere Informationen zu Umbuchungen. Alternativ sollen sie ihr Reisebüro kontaktieren. Emirates führt weiterhin Frachtflüge durch.

Etihad hat seinen kompletten Passagierflugbetrieb mit Datum 25. März, 23:59 Uhr eingestellt. Dies gilt für alle In- und Outbound-Flüge. Der Flugstopp gilt zunächst für 14 Tage. Bereits seit dem 23. März hat die Airline ihren Transitverkehr am Flughafen von Abu Dhabi eingestellt.

Ethiopian Airlines Die äthiopische Fluggesellschaft reduziert ihre Frequenz auf der Strecke von Frankfurt nach Addis Abeba vom 23. März bis zum 30. April auf fünf Flüge pro Woche. Die Flüge dienstags und donnerstags werden gestrichen. Flüge mit Abflugdatum bis zum 30. Juni können kostenfrei umgebucht werden. Die Reisen müssen dann bis  31. Dezember 2020 stattfinden.

IAG-Airlines Die British-Airways-Mutter IAG streicht ihr Flugangebot wegen der Ausbreitung des neuartigen Coronavirus in den kommenden Monaten kräftig zusammen. Im April und Mai werde die Kapazität im Vergleich zum Vorjahreszeitraum voraussichtlich um mindestens 75 Prozent gekürzt, teilte die International Airlines Group (IAG) mit ihren Fluggesellschaften British Airways, Iberia, Vueling, Aer Lingus und Level am 16. März mit. Der Konzern lässt massenhaft Flugzeuge am Boden, schickt Mitarbeiter nach Hause und fährt die Investitionen zurück.

Laudamotion Die österreichische Ryanair-Tochter stellt das gesamte Flugprogramm bis zum 8. April (24:00 Uhr) ein. Betroffene Passagiere würden umgehend per E-Mail informiert und können kostenfrei umbuchen sowie auf Wunsch eine Erstattung des Flugpreises erhalten.

Loganair hat ihre Flugverbindungen nach Deutschland bis einschließlich 17. Mai 2020 vorübergehend ausgesetzt. Der Erstflug von Hannover nach Edinburgh wird auf die dritte Maiwoche verschoben. Betroffene Fluggäste können für bestehende Tickets eine Rückerstattung verlangen oder für ein neues Datum bis zum 31. Dezember 2020 umzubuchen.

LOT Die polnische Staats-Airline setzt alle Flugverbindungen bis einschließlich 11. April weiter aus. Das betrifft die Flüge aus Polen sowie Ungarn, wo LOT ex Budapest operiert.

Lufthansa Europas größte Airline hat ihr Kurz- und Langstreckenprogramm noch einmal reduziert. Dies führt auf der Langstrecke vor allem im Nahen Osten, in Afrika und in Mittel- und Südamerika zu einem starken Rückgang des Angebots auf ungefähr noch zehn Prozent der ursprünglich geplanten Kapazität. Innerhalb Europas wird das Flugprogramm ebenfalls weiter reduziert auf etwa 20 Prozent der ursprünglich geplanten Kapazität.

Ryanair Europas größter Billigflieger hat schon seine Italien- und Spanien-Flüge massiv reduziert. Seit dem 24. März hat der Low-Cost-Carrier "so gut wie alle Flüge" gestrichen. Nur noch wenige Maschinen der Ryanair-Flotte heben derzeit ab, um "essenzielle Verbindungen" aufrechtzuerhalten, vor allem zwischen Irland und Großbritannien.

SAS Die skandinavische Airline hat ihren Flugbetrieb am 16. März weitgehend eingestellt. Angesichts der Verbreitung des Coronavirus und der Maßnahmen vieler Behörden gebe es aktuell so gut wie keine Nachfrage mehr nach internationalen Flügen, so die Airline. Lediglich einige Routen sollen wo möglich noch bedient werden, um Reisende aus Zielgebieten zurückzuholen.

Singapore Airlines Die Airline setzt Flüge von und nach Deutschland seit dem 17. März bis Ende Mai aus. Das betrifft Verbindungen nach Düsseldorf, München und Frankfurt.

South African Airways (SAA) Der südafrikanische Nationalcarrier hat alle seine Übersee-Verbindungen bis einschließlich 31. Mai eingestellt, darunter ist auch der Flug von Frankfurt nach Johannesburg. Die Flüge innerhalb des afrikanischen Kontinents wurden ebenfalls bis 31. Mai gestoppt. Auch die Inlandsflüge werden ab 27. März eingestellt. Der Flugstopp gilt hier zunächst bis einschließlich 16. April. 

Sun Express Die türkisch-deutsche Airline will bis zum 20. März – in Absprache mit Veranstalter-Partnern – Türkei-Urlauber aus Izmir und Antalya zurückholen. Hinflüge in die Türkei gibt es derzeit nicht.

TUIfly Die TUI-Airline TUIfly fliegt bis zum 27. März keine Fluggäste mehr nach Spanien und Madeira. Rückflüge für den Zeitraum finden wie geplant statt.

United Airlines Der US-Megacarrier wird seine Flugpläne für den April um 60 Prozent zusammenstreichen. Das Angebot an internationalen Flügen wird um 85 Prozent reduziert, das Nordamerika-Programm um 42 Prozent. Über den Atlantik, den Pazifik und in Richtung Lateinamerika wird United im April eigenen Angaben zufolge etwa 45 Flüge täglich durchführen.
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