Flugzeug-Hersteller

Airbus-Chef will Hybrid-Flugzeug bauen

Airbus-CEO Guillaume Faury bei seinem Vortrag in Hamburg.
fvw/Rita Münck
Airbus-CEO Guillaume Faury bei seinem Vortrag in Hamburg.

Der Airbus-Konzern will das erste emissionsarme Passagierflugzeug bauen und bis 2035 in die Luft bringen. Es werde aller Voraussicht nach ein Hybrid-Flugzeug sein, sagte der CEO des Flugzeug-Herstellers, Guillaume Faury, am Donnerstagabend in Hamburg.

Noch stecke die Entwicklung der notwendigen Technologien in den Kinderschuhen, so Faury auf einer gemeinsamen Veranstaltung des Luftfahrt-Presse-Clubs und des Clubs Hamburger Wirtschaftsjournalisten. 

Bei seinen Plänen ist Aribus noch nicht festgelegt. Es könne sich um ein hybrid-elektrisches Flugzeug handeln, vielleicht werde es auch durch Wasserstoff oder klimaneutrale Kraftstoffe angetrieben. "Der Weg ist hochkomplex", sagte Faury. "Das dauert Jahre oder Jahrzehnte", so seine Prognose.

Der Luftverkehr trage nur 2,5 Prozent zum weltweiten Ausstoß des Treibhausgases Kohlendioxid (CO2) bei, ordnete der CEO ein. Airbus sei sich aber seiner Verantwortung bewusst und habe auch in der Vergangenheit durch immer leichtere Flugzeuge mit leistungsfähigeren Triebwerken den Kraftstoffverbrauch je Passagier deutlich senken können. Bis 2050 wolle die Luftfahrt insgesamt ihren CO2-Ausstoß um 50 Prozent senken, verglichen mit 2005. "Grünes Fliegen hat für uns oberste Priorität", sagte Faury.

Er sprach sich dafür aus, dass sich die Luftfahrt weltweit am "Carbon Offsetting and Reduction Scheme" (Corsia) für die internationale Luftfahrt beteiligen müsse. Corsia ist schon 2016 von der Internationalen Zivilluftfahrt-Organisation Icao zur Emissionsminderung entwickelt worden und soll nun weltweit greifen und für die europäischen Airlines die Teilnahme am EU-Emissionshandel (ETS) ablösen.

Zudem empfahl auch Faury dringend Investitionen in die Entwicklung neuer, klimaschonender Treibstoffe. Schon heute sei es möglich, den Maschinen bei der Betankung 35 Prozent synthetisches Kerosin beizumischen, das etwa nach dem Power-to-Liquid-Verfahren (PTL) hergestellt wurde. Airbus selbst setze den noch relativ neuen Treibstoff, der bislang nur in geringen Mengen produziert wird, bei seinen Transportflugzeugen vom Typ Beluga ein und mische dort bereits zehn Prozent bei. PTL gilt als CO2-neutral.
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