LH-Piloten-Streik

Samstag fallen 137 Flüge aus

Die größten Jets der Lufthansa – Boeing B-747 und Airbus A-380 – werden am Samstag bestreikt. 88 Interkont-Flüge müssen deswegen entfallen.
DLH
Die größten Jets der Lufthansa – Boeing B-747 und Airbus A-380 – werden am Samstag bestreikt. 88 Interkont-Flüge müssen deswegen entfallen.

Am dritten Tag ist kein Ende des Piloten-Streiks bei der Lufthansa zu erkennen. Die Piloten verlangen von der Fluggesellschaft ein verbessertes Angebot und erhöhen den Druck auf das Unternehmen.

Die streikenden Piloten der Lufthansa haben am dritten Tag ihres Ausstands den Druck auf das Unternehmen erhöht. Ein Ende des Arbeitskampfes sei nicht absehbar, sagte der Sprecher der Gewerkschaft Vereinigung Cockpit, Jörg Handwerg. Es gebe kein vorher festgelegtes Enddatum für den Streik.

Damit wird eine erneute Verlängerung des am Mittwoch begonnenen Streiks über den Samstag hinaus wahrscheinlicher. Für den vierten Streiktag in Folge sagte die Lufthansa am Freitagmittag 137 Flüge ab, darunter 88 Interkont-Dienste. Betroffen seien am Samstag rund 30.000 Passagiere, so dass sich der Gesamtwert für diese 14. Streikrunde der Piloten auf 2755 ausgefallene Flüge mit 345.000 betroffenen Passagieren addiert.

Gleichwohl kann die Lufthansa Group am Samstag 2863 von 3000 geplanten Flügen anbieten. Flüge der Billigtöchter Eurowings und Germanwings sowie der Konzerngesellschaften Austrian, Swiss, Brussels Airlines und Air Dolomiti werden am Samstag erneut nicht bestreikt.

Erklärtes Streikziel der Piloten sei es, von der Lufthansa ein verhandlungsfähiges Angebot zu erhalten, sagte Handwerg. Sobald dies vorliege, könne der Arbeitskampf beendet werden. Dies sei Konsens unter den Gewerkschaftsmitgliedern. „Die Kollegen erwarten, dass wir die Lufthansa nicht mit Samthandschuhen anfassen.“

Am Freitag konnten bislang zumindest die Langstreckenflüge „nahezu planmäßig“ starten. Vereinzelt könnten aber noch Verbindungen wegen des vorherigen Streiktages ausfallen.

Deutsche Bahn auf zusätzliche Reisende vorbereitet

Die Deutsche Bahn sah sich auf den Freitag gut vorbereitet. An diesem Hauptreisetag seien „alle zur Verfügung stehenden Züge im Einsatz“, teilte sie mit. Bei Bedarf könnten auch zusätzliche Züge auf besonders ausgelasteten Strecken eingesetzt werden. Das Personal auf den Bahnhöfen in Städten, die vom Streik besonders betroffen seien, werde bei Bedarf ebenfalls aufgestockt, um Reisenden zu helfen.

Im bis April 2014 zurückreichenden Tarifkonflikt hatte Lufthansa den Piloten zuletzt ein Lohnplus von 2,5 Prozent bis Ende 2018 angeboten. Die Vereinigung Cockpit lehnt das ab. Sie verlangt Tariferhöhungen von insgesamt 22 Prozent für die Zeit bis einschließlich April des kommenden Jahres. (dpa)

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