Leiharbeitsverträge

Verdi bildet Tarifkommission für Ryanair-Flugbegleiter

Ein Großteil der fliegenden Ryanair-Belegschaft ist über Leiharbeitsverträge angestellt.
Ryanair
Ein Großteil der fliegenden Ryanair-Belegschaft ist über Leiharbeitsverträge angestellt.

Die Gewerkschaft Verdi will für die Ryanair-Flugbegleiter einen Tarifvertrag aushandeln. Eine entsprechende Kommission soll in der kommenden Woche die Arbeit aufnehmen.

Die DGB-Gewerkschaft Verdi steht kurz vor der Aufnahme von Tarifverhandlungen für die rund 800 in Deutschland stationierten Flugbegleiter des Billigfliegers Ryanair. Man habe mit dem Unternehmen den organisatorischen Rahmen abgesteckt und werde in der kommenden Woche eine Tarifkommission bilden, berichtete Verdi. „Nur ein Tarifvertrag kann nachhaltige Verbesserungen und gleichwertige Arbeitsbedingungen für alle Flugbegleiterinnen und Flugbegleiter bei Ryanair in Deutschland sicherstellen“, erklärte Bundesvorstandsmitglied Christine Behle.

Verdi wolle sich international mit den übrigen Kabinengewerkschaften über ein gemeinsames Vorgehen abstimmen. Vorerst keine Kooperation gibt es mit der deutschen Konkurrenzgewerkschaft UFO, die gleichzeitig auf Verhandlungen mit Ryanair drängt und bereits eine Kommission mit Mitarbeitern der Ryanair gebildet hat. Bei beiden Gewerkschaften dürften die Leiharbeitsverträge eines Großteils der Belegschaft zum Thema werden.

Ryanair hatte erst im vergangenen Jahr ihre grundsätzlich anti-gewerkschaftliche Haltung abgelegt und erste Verhandlungen mit Piloten-Vertretungen aufgenommen. Um das Kabinenpersonal wolle man sich danach kümmern, hatte Ryanair vor einigen Wochen noch erklärt. Zwischenzeitlich hatten aber erste Warnstreiks portugiesischer Flugbegleiter im April zu Flugausfällen geführt. (dpa)

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