Lage verworren

Zukunft der Alitalia ungewisser denn je

Der italienische Ministerpräsident Giuseppe Conte bezeichnet die Lage der nationalen Fluggesellschaft Alitalia als "kompliziert".

Zugleich äußerte er sich zu Berichten, seine Regierung werde von einem der Investoren erpresst, die für die Sanierung der insolventen Airline vorgesehen sind.

Nach den Vorstellungen der Regierung soll der von der Familie Benetton kontrollierte Infrastruktur-Konzern Atlantia bei Alitalia einsteigen. Medien berichteten am Freitag von einem Brief an Industrieminister Stefano Patuanelli, in dem der Konzern den Einstieg bei Alitalia von einer Verlängerung der Konzession für seine Tochtergesellschaft Autostrade per l'Italia abhängig mache. Nach dem Brückenunglück von Genua 2018 mit 43 Toten wollen viele italienische Politiker der Autobahngesellschaft aber die Konzession entziehen.

"Ich erlaube mir nicht zu beurteilen, ob das eine Erpressung ist oder nicht", sagte Conte laut Nachrichtenagentur Ansa. "Ich sage nur, dass die Regierung von Anfang an sehr klar gewesen ist. Alitalia ist eine Frage, Autostrade und die bereits laufendenden administrativen Schritte eine andere Frage. Für uns als Regierung ist es inakzeptabel, beides zu vermischen."

Alitalia ist seit Mai 2017 insolvent und wird mit einem Brückenkredit der Regierung operationsfähig gehalten. Nach aktuellen Plänen sollen die staatliche Eisenbahngesellschaft Ferrovie dello Stato (FS), Atlantia, der US-Mega-Carrier Delta Air Lines und das italienische Finanzministerium bei Alitalia einsteigen. Die Frist für die Rettung der Fluggesellschaft ist mehrmals verschoben worden, nun endet sie am 15. Oktober.

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