Kohlendioxid-Ausstoß

Mehr Flugreisende spenden für Klimaprojekte

Immer mehr Menschen wollen ihren CO
2-Ausstoß kompensieren. Doch sind es auch genug?
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Immer mehr Menschen wollen ihren CO 2-Ausstoß kompensieren. Doch sind es auch genug?

Immer mehr Menschen spenden als Ausgleich für ihre Flugreisen an Klimaprojekte. Umweltschutzverbänden geht die Kompensation aber nicht weit genug. Sie wollen weniger Gäste auf der Fernstrecke – auch nach Deutschland.

Demnach erhielt die Umweltorganisation Atmosfair 2017 eine Spendensumme von 7,9 Mio. Euro – 2016 waren es noch 4,2 Mio. Euro. Das sagte der Geschäftsführer Dietrich Brockhagen dem „Tagesspiegel“. Flugreisende können bei der Organisation einen Betrag spenden, der nötig ist, um die berechneten CO2-Emissionen an anderer Stelle in Klimaschutzprojekten einzusparen.

Allerdings seien nach wie vor weniger als ein Prozent der Reisenden aus Deutschland bereit, ihre Flüge zu kompensieren, sagte Brockhagen. „Wenn jeder, der es sich leisten kann, seinen Flug kompensieren würde, dann könnten wir einen echten Unterschied machen.“ Der Flugverkehr gehört wegen des Kohlendioxid-Ausstoßes zu den am häufigsten kritisierten Klimasündern. Die Branche hat sich verpflichtet, ab 2020 nur noch CO2-neutral zu wachsen.

Der Umweltschutzverband „Die Naturfreunde Deutschlands“ hatte jüngst einen „unreflektieren Wachstumskurs“ der Deutschen Zentrale für Tourismus (DZT) sowie des Tourismusausschusses des Deutschen Bundestages kritisiert. „Klimaschutz und Massentourismus vertragen sich nicht“, sagte Bundesgeschäftsführer Hans-Gerd Marian.

Die DZT habe in der jüngsten Vergangenheit vor allem um Reisende aus China, Indien oder den Emiraten geworben, die auf der Fernstrecke nach Deutschland fliegen.„Nichts ist klimaschädlicher im Verkehrssektor als Interkontinentalflüge“, kritisiert Marian. „Natürlich darf eine Organisation, in deren Verwaltungsrat die Lufthansa und der Münchner Flughafen gewichtige Positionen einnehmen, solche Ziele haben. Warum aber werden diese Ziele Jahr für Jahr mit 30 Mio. Euro vom Steuerzahler gefördert?“ Klimaziele würden dem Tourismuswachstum untergeordnet.

Der Naturfreunde-Bundesgeschäftsführer schlägt vor, einen alternativen Tourismus zu fördern, bei dem sich Bürger benachbarter Länder grenzübergreifend begegnen sollen. Denn der Ferntourismus führe zu weniger Wertschöpfung im Land als der Tourismus durch Nachbarn. (ASC/dpa)

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