Kehrtwende

Sun Express bekommt nun doch einen Betriebsrat

Lange hat sich das Management gegen mehr Mitbestimmung in Deutschland gewehrt. Nun folgt eine Kehrtwende: Bei der LH-Beteiligung Sun Express soll es bald doch Verhandlungen über einen Betriebsrat für fliegendes Personal geben.

Man werde noch in diesem Jahr mit den Gewerkschaften Vereinigung Cockpit (VC) und UFO Gespräche über einen entsprechenden Tarifvertrag aufnehmen, erklärt eine Sprecherin der Fluggesellschaft in Frankfurt auf Anfrage.

Im deutschen Betrieb des deutsch-türkischen Unternehmens mit mehr als 1000 fliegenden Beschäftigten gibt es bislang keinen Betriebsrat für die Besatzungen. Hintergrund ist eine Bestimmung im Betriebsverfassungsgesetz, dessen Paragraf 117 einen Betriebsrat für fliegendes Personal ausdrücklich von einem zuvor abzuschließenden Tarifvertrag abhängig macht. Ein solcher Vertrag ist bislang am Widerstand von Sun Express Germany gescheitert. Die Gesellschaft fliegt auch für die LH-Marke Eurowings.

Die VC führt das Einlenken des Unternehmens auf die von der Bundesregierung geplante Gesetzesänderung zurück, mit der dieser Tarifvorbehalt gekippt werden soll. Diese „Betriebsratsgarantie“ hatte Arbeitsminister Hubertus Heil (SPD) unter dem Eindruck der Streiks beim Billigflieger Ryanair angekündigt. „Der Fall Sun Express zeigt, dass das Bemühen der Bundesregierung voll aufgegangen ist, endlich Mitbestimmung für das fliegende Personal gesetzlich zu verankern und die Neuregelung keine ‚Lex Ryanair‘ ist“, erklärte die VC in einer Mitteilung. (dpa)

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