Jahresfazit 2018

Chaos-Sommer führt zu Beschwerdewelle über Airlines

Der Flugverkehr über Deutschland ist vielerorts so stark, dass die Flugsicherung dies kaum koordiniert kriegt. Das wiederum führt zu Stoßzeiten zu Verspätungen.
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Der Flugverkehr über Deutschland ist vielerorts so stark, dass die Flugsicherung dies kaum koordiniert kriegt. Das wiederum führt zu Stoßzeiten zu Verspätungen.

Der zurückliegende Chaos-Sommer im europäischen Luftverkehr hat zu deutlich mehr Verbraucherbeschwerden über Airlines geführt.

Laut Luftfahrtbundesamt wuchs die Zahl der Beschwerden wegen Verspätungen und Annullierungen im Vergleich zu 2017 um 61 Prozent auf 4092. Insgesamt gingen 4258 Beschwerden bei der Behörde ein, wie aus der Antwort der Bundesregierung auf eine kleine Anfrage der Grünen-Bundestagsfraktion hervorgeht.

Die Zahl der vom Luftfahrtbundesamt eingeleiteten Bußgeldverfahren stieg 2018 danach um das Sechsfache auf 982. Am häufigsten standen europäische Luftfahrtunternehmen (628) im Visier der Behörde, gefolgt von Airlines aus Drittstaaten (254) und deutschen Fluggesellschaften (100). Die Zahl der konkret verhängten Bußgelder sank hingegen im vergangenen Jahr deutlich von 336 auf nur noch 33. Das liegt daran, dass etliche Verfahren noch nicht abgeschlossen sind. Im Schnitt betrug das Bußgeld 2621 Euro.

Diese Bußen sind nicht zu verwechseln mit Ansprüchen, die Passagiere bei verspäteten oder ausgefallenen Flügen zustehen und die auf zivilrechtlichem Weg individuell durchgesetzt werden müssen. Dafür verlangte der Grünen-Abgeordnete Markus Tressel ein schnelles, transparentes und digitales Entschädigungsverfahren. Die Bundesregierung müsse gesetzliche Regelungen schaffen, statt sich auf freiwillige Selbstverpflichtungen der Airlines zu verlassen.

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