Jahresabschluss

Münchner Flughafen erreicht 150 Mio. Euro Gewinn

Der Flughafen München wächst – das Terminal 1 wird größer.
Flughafen München GmbH
Der Flughafen München wächst – das Terminal 1 wird größer.

Am Münchner Flughafen zeichnen sich Wachstumsschmerzen ab. Insgesamt laufen dort 14 verschiedene Bauprojekte. Unter den hohen Investitionen könnte der künftige Gewinn leiden.

Die vorbereitenden Bauarbeiten für das nächste Großprojekt haben bereits begonnen. Der Flughafen München erweitert und modernisiert sein Terminal 1 für 455 Mio. Euro. Der geplante Flugsteig wird nach seiner Fertigstellung mit den Modulen A und B verbunden sein und mehr als 320 Meter weit ins westliche Vorfeld hinein ragen. Daran können voraussichtlich 2023 bis zu zwölf Flugzeuge parallel andocken.

Doch damit nicht genug. Mit insgesamt 14 Ausbauprojekten bleibt Deutschlands zweitgrößter Flughafen eine Großbaustelle. Dazu gehören beispielsweise der Bau neuer Parkhäuser, die Verlängerung des S-Bahn-Tunnels für den späteren Erdinger Ringschluss sowie diverse Straßenbaumaßnahmen wie der vierspurige Ausbau des Flughafen-Zubringers Ost und der Bau einer zusätzlichen Brücke über die Zentralallee zur Erschließung des künftigen Innovationsstandortes LabCampus. Nötig macht dies das permanente Verkehrswachstum am Airport.

Den Flughafen München nutzten im vergangenen Jahr knapp 46,3 Mio. Reisende (plus 3,8 Prozent) – so viele wie noch nie. "Das entspricht übrigens in etwa dem Passagieraufkommen, das 2018 in Summe an den Flughäfen Hamburg, Köln/Bonn, Stuttgart und Nürnberg zusammen erzielt worden ist", sagte Flughafen-Chef Michael Kerkloh bei der Vorlage der aktuellen Geschäftszahlen.

Für die Flughafen-Gesellschaft bedeutet das Fluch und Segen zugleich. Zum einen habe das hohe Aufkommen zwar zu einem guten Wirtschaftsergebnis geführt. So stieg der Umsatz im vergangenen Jahr leicht auf 1,5 Mrd. Euro, das operative Ergebnis (Ebit) legte – nach vorläufigen Zahlen – um 18 auf 320 Mio. Euro zu. Unterm Strich blieben dem Flughafen mit 150 Mio. Euro allerdings wegen Bilanzierungseffekten 9 Millionen Euro weniger als 2017 übrig.

Angesichts des Moratoriums für eine dritte Startbahn, auf das sich die bayerische Landesregierung im Koalitionsvertrag geeinigt hatte, äußerte sich Kerkloh skeptisch, dass das Wachstum gehalten werden könne. "Wir werden am Flughafen München aufgrund der sich weiter zuspitzenden Kapazitätsengpässe nicht in der Lage sein, den steigenden Mobilitätsbedarf der Reisenden in vollem Umfang zu befriedigen", sagte er.

Die aktuellen Probleme von Boeing nach dem Absturz einer B-737max8 in Indonesien im vergangenen Jahr machten sich indes nicht bemerkbar. Das Flugzeug komme in Europa nur in sehr kleiner Stückzahl zum Einsatz, sagte Kerkloh.
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