Italien

Mindestens 27 Tote bei Zugunglück

Zwei Züge sind bei Bari frontal ineinander gefahren. Mindestens 27 Menschen sind tot, es gibt zahlreiche Verletzte. Eines der schwersten Zugunglücke in Italien schockiert das Land.

Mindestens 27 Menschen sind bei einem frontalen Zusammenstoß zweier Züge in Süditalien ums Leben gekommen. Weitere schwebten in Lebensgefahr, sagte der Vizepräsident der betroffenen Provinz. Dutzende weitere wurden bei einem der schwersten Zugunglücke in dem Land verletzt, darunter ein Kleinkind, das lebend aus den Trümmern geborgen wurde. Die Regionalzüge waren am Vormittag nördlich der süditalienischen Stadt Bari auf einer eingleisigen Strecke zwischen Corato und Andria zusammengestoßen.

Der Unfall erinnert an das Zugunglück im bayerischen Bad Aibling, bei dem im Februar zwölf Menschen gestorben waren. Auf der eingleisigen Strecke zwischen Rosenheim und Holzkirchen waren zwei Nahverkehrszüge frontal kollidiert.

Auf Bildern aus Italien war zu sehen, wie die beiden Züge auf offener Strecke vollkommen verkeilt und einige Waggons total zerstört sind. „Es gibt viele Tote“, sagte der Chef der Einsatzkräfte, Riccardo Zingaro. Medien berichteten, dass zahlreiche Menschen lange in den Trümmern gefangen waren. Der Unfallort zwischen Bäumen und am Rande eines Ackers sei nicht leicht zu erreichen.

Unbestätigten Berichten zufolge waren viele Studenten und Pendler in dem Regionalzug, der von dem privaten Unternehmen Ferrotramviaria betrieben wird. Beide Züge hatten vier Waggons, von denen jeweils mindestens zwei schwer beschädigt wurden.

Was zu dem Unglück geführt hatte, musste noch ermittelt werden. Menschliches Versagen wurde nicht ausgeschlossen. Zum Zeitpunkt des Unglücks gegen 11.30 Uhr herrschte gutes Wetter. Die Staatsanwaltschaft in der Stadt Trani ermittelt wegen mehrfacher fahrlässiger Tötung gegen unbekannt. Aufschluss über die Ursache soll die Blackbox der Züge geben.

Der italienische Regierungschef Matteo Renzi verlangte eine schnelle Aufklärung und sprach den Opfern und deren Familien sein Mitgefühl aus. Er kündigte einen Besuch am Unglücksort an. (dpa)

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